Bereits zum elften Mal hat die Stadt die Aktion Mädchen-Aktions-Ferien Filderstadt, kurz MAFF, organisiert. Foto: Claudia Leihenseder

Zwei Tage lang sind die Mädels im Z unter sich, das Jugendhaus ist jungsfreie Zone. Die jungen Damen probieren sich im Power Yoga aus, tanzen auf Hip-Hop und Jazz – und stehlen sich hin und wieder sogar auf die Jungentoilette.

Filderstadt - Mädchen. Überall nur Mädchen. In der Werkstatt. Draußen unter dem Baum. In der Rundsporthalle. Und ganz neugierig und ungestört auch mal auf dem Jungenklo. Es herrscht Ausnahmezustand im Kinder-, Jugend- und Kulturzentrum Z in Bernhausen an diesem Freitag und Samstag, denn zum elften Mal laufen die „Mädchen-Aktions-Ferien Filderstadt“, kurz MAFF.

„Die Mädchen schätzen das, mal ganz ohne Jungs zu sein“, sagt Viktoria Klauser vom Amt für Familien, Schulen und Vereine Filderstadt. „Ein reines Mädchenangebot zieht“, sagt Annika Lewe, pädagogische Mitarbeiterin im Z. Ganz frei und ungehemmt bewegen sich die Mädels an diesen beiden Tagen im Z an der Tübinger Straße, probieren mal ein Go-Kart aus oder versuchen sich ungestört beim Sägen, Biegen und Feilen von Metall.

Die Kindersportschule hat einen Parcours aufgebaut

Gut kommt auch der Geräteparcours in der Rundsporthalle an. Angelehnt an das Fernsehformat von Ninja Warrior flitzen dort die Mädels über Turnmatten, Bänke, hangeln sich mit einem Seil von einem Kasten zum nächsten oder balancieren über ein Reck – und das gegen die Uhr. „Das ist ein cooler Parcours, das macht richtig Spaß“, sagt die 13-jährige Luca aus Sielmingen. „Es ist cool, vom Trampolin auf die Matte zu springen“, meint die zwölfjährige Vivien aus Plattenhardt.

Heike Schall, Sportlehrerin an der Kindersportschule Filderstadt, hat einen Teil des Parcours aufgebaut, die Erweiterung haben die Mädchen angebaut. „Das Angebot war ein Experiment“, sagt Schall. Die strahlenden Augen und roten Wangen zeugen vom Erfolg. Behände klettern und fliegen die Jugendlichen um die Wette, und das mit großer Freude.

Freudige Kinder gibt es auch nebenan in einem benachbarten Pavillon. Zehn Mädchen zwischen acht und zwölf Jahren tanzen da, was das Zeug hält zu fetziger Zumbamusik. Vorne dran hüpft und tanzt Natascha Ullrich. Die Schulsozialarbeiterin von der Jahnschule in Harthausen hat eine Trainerlizenz und unterrichtet auch den Fitnesstanz bei der VHS, im Sportverein oder auch mal bei einem Projektnachmittag in der Schule.

Die Mädchen können sich zwei Workshops aussuchen

Den Mädels macht es offensichtlich großen Spaß: „Ich wollte Zumba ausprobieren, weil meine Cousine einen Kurs macht“, sagt die achtjährige Lara aus Bonlanden. „Sonst mache ich Hip-Hop und Jazztanz in der Tanzschule“, erzählt die elfjährige Katharina. Zum Zumba kann sie leider sonst nicht, weil sie keine Zeit hat, wenn der Unterricht läuft. So probiert sie es eben bei den MAFF aus.

Auch Hannah aus Harthausen und Rebecca aus Wolfschlugen sind mit Spaß beim Zumba-Workshop dabei. Am Tag zuvor haben die beiden zwölfjährigen Mädchen Power Yoga ausprobiert. „Da ging es um Sandmandalas und um das Meditieren“, erzählt Hannah.

Während der beiden MAFF-Tage dürfen sich die Mädchen zwei Workshops aussuchen. Sie gehen zur Polizei, backen Hundekekse, versorgen Esel auf der Jugendfarm oder singen und backen gemeinsam. Den Rest der Zeit verbringen sie im offenen Bereich des Z, können malen, basteln, Spiele spielen oder einfach mal nur chillen.

Katharina und ihre Schwester Cecilia (8) waren am ersten Tag im Wald beim Workshop „Wald im Schuhkarton“. „Wir haben erst Material gesammelt und dann unseren eigenen Miniaturwald gebastelt“, sagt Katharina.

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