Ob die Landwirte betroffen sind, wollen die Jugendgemeinderäte wissen. Foto: Malte Klein

Ein Vertreter des Stadtplanungsamts hat im Jugendgemeinderat Filderstadt die vier Handlungsfelder des sogenannten Räumlichen Leitbilds erläutert, das den Rahmen für die zukünftige Stadtentwicklung bilden soll. Die Jugendlichen stellen kritische Fragen.

Filderstadt - Das Räumliche Leitbild dient der Stadt Filderstadt als Verbindungselement zwischen dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) und der Flächennutzungsplanung (FNP) und soll Ziele und Handlungsrichtlinien für die künftige Stadtentwicklung definieren. Philipp Walter vom Stadtplanungsamt erläuterte in der jüngsten Sitzung des Jugendgemeinderates vier Handlungsfelder, die für das Räumliche Leitbild definiert worden sind. Der urbane Bereich entlang der geplanten S-Bahn-Achse eignet sich demzufolge gut für eine Siedlungsentwicklung. Dadurch könne der Verkehr entlastet und die Umwelt geschont werden. Sinnvoll sei es auch, ein Zentrum für Filderstadt zu definieren, welches eine stärkere Funktion erhalten soll. Unter Berücksichtigung der gewachsenen Strukturen und des Erhalts des dörflichen Charakters sei Bernhausen hierfür ein guter Standort, so Walter.

Dem ökologischen Freiraum und der Landwirtschaft kommt eine Doppelfunktion zu: Zum einen dienen diese Flächen als Erholungsraum, zum anderen als Verknüpfungsstelle zwischen den Stadtteilen. Da diese Flächen auch identitätsstiftend sind, sollen sie möglichst erhalten bleiben. Weitere Handlungsfelder sind die Stadtteilebene, die eine hohe Wohnqualität birgt, und eine Ansiedlung von Gewerbe entlang der B 27. Durch die Nähe zur Bundesstraße könne der stadtinterne Verkehr entlastet werden. Aus dem Leitbild ergeben sich Entwicklungsschwerpunkte und Richtlinien für eine grobe Handlungsstruktur.

„Wir bewegen uns da durchaus in einem Spannungsfeld“

Nach dem Vortrag des Stadtplaners wollte die Jugendgemeinderätin Rosa Celik wissen, ob der geplante Wohnsiedlungsbau die Äcker der Landwirte betreffen wird. Philipp Walter erklärte, dass man an den Grundsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ gebunden sei. Allerdings sei es aber nötig, mit der Landwirtschaft in Gespräche zu gehen, um zu schauen, inwieweit man auch im Außenbereich zu einer Entwicklung kommen könne. Da es sich bei den Ackerflächen um qualitativ hochwertigen Boden handle, seien Schwierigkeiten vorprogrammiert. Oberbürgermeister Christoph Traub ergänzte: „Wir bewegen uns da durchaus in einem Spannungsfeld. Den Konflikt im Außenbereich werden wir trotz des Grundsatzes nicht vermeiden können.“ Es gelte abzuwägen, wo künftig Wohnraum entstehen kann, wie groß Filderstadt werden soll und welchem Druck man schließlich nachgeben wird.

Das Stadtoberhaupt betonte zudem, dass man auch im Innenbereich Konflikte haben werde. Einwohner, die bislang auf eine leer stehende Scheune in der Nachbarschaft blicken, würden ungern einen Wohnblock vor die Nase gesetzt bekommen. „Das wird eine große Herausforderung für die Verwaltung und gibt spannende Beratungen im Gemeinderat“, so Traub.

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