In Bernhausen, dort wo früher eine Autowerkstatt war, soll ein Hotel entstehen. Foto: Otto-H. Häusser

Auf dem Grundstück Aicher Straße 36 in Filderstadt-Bernhausen sollen keine Wohnungen gebaut werden. Der Jugendgemeinderat hatte wegen der Nähe zur S-Bahn diese Nutzung empfohlen. Mit dem Verkehrslärm wären Jugendliche zurechtgekommen, hieß es.

Filderstadt - Der Jugendgemeinderat hatte die Idee aufgebracht. Zur Linderung der Wohnungsnot könne man auch Hochhäuser bauen, die möglichst in der Nähe des S-Bahnhofs stehen. Die jungen Erwachsenen würden mit dem Verkehrslärm zurechtkommen, hieß es.

Die SPD-Fraktion wollte nun diese Anregung aufnehmen. Sie schlug im Technischen Ausschuss vor, an der Aicher Straße auf dem Grundstück Nummer 36 Wohnungen zu bauen. Doch die Mehrheit der Stadträte folgte den Wünschen des Investors. Er will dort in zentraler Lage nicht weit vom S-Bahnhof ein Hotel errichten. Die Größe des Gebäudes ist noch nicht bekannt.

Unklar ist, wie die Tiefgarage erschlossen werden kann

Stadtplanungschef Matthias Schneiders lobte das Projekt. „Das würde das Zentrum von Bernhausen stärken“, sagte er. Dadurch werde das Potenzial des Grundstücks genutzt, die Nähe zum S-Bahnhof sei ideal. Unklar sei allerdings noch, wie die geplante Tiefgarage erschlossen werde. Es könne sein, dass die Garage wegen der Verkehrsmenge auf der Aicher Straße nur aus einer Richtung befahrbar werde.

SPD und Grüne sprachen sich dagegen für Wohnungsbau an dieser Stelle aus. „Man sollte das Grundstück zusammen mit der Bevölkerung weiterentwickeln“, sagte Edeltraud Herrmann (SPD). Armin Stickler (Grüne), der an die Initiative des Jugendgemeinderats erinnerte, verwies darauf, dass die Nähe zur S-Bahn auch für Wohnungen vorteilhaft sei. Vertreter von CDU/FDP und Freien Wählern wollten das Plangebiet ausdehnen. Dafür sah die Verwaltung jedoch keinen Bedarf.

OB will keinen Schwarzen Peter

Oberbürgermeister Christoph Traub verwies darauf, dass man gerade dabei sei, einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan vorzuberaten. „Weil dieser Plan vorhabenbezogen ist, legen Sie nun auch fest, welche Nutzung das Grundstück bekommen soll“, sagte er zu den Stadträten. Er habe aus anderen Verfahren gelernt. „Die Verwaltung lässt sich nicht mehr den Schwarzen Peter zuschieben“, sagte er.

Als Sitzungsleiter ließ Traub deshalb über einen Antrag der SPD-Fraktion abstimmen, der Gespräche mit dem Investor und den Nachbarn mit dem Ziel, Wohnungen an besagtem Standort zu bauen, vorsah. Die Mehrheit des Ausschusses aus CDU/FDP und Freien Wählern sowie OB Traub (acht Stimmen) votierte gegen den Antrag. Fünf Stadträte (SPD und Grüne) stimmten dafür.

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