Das Luftbild zeigt das Luftfrachtzentrum am Flughafen Stuttgart im Jahr 2014. Foto: Storck

Der Flughafen plant wohl, das Luftfrachtzentrum auf Gemarkung Filderstadt zu erweitern. Konkrete Pläne gibt es noch nicht, ein SPD-Stadtrat hat einen Verdacht und will dem gegensteuern.

Bernhausen - Der Juli 2018 war der besucherstärkste Monat in der Geschichte des Flughafens Stuttgart: Rund 1,2 Millionen Fluggäste sind losgeflogen oder angekommen. Auch im ersten Halbjahr 2018 gab es Passagierandrang: Von Januar bis Juni hatte der Flughafen 5,3 Millionen Passagiere – ein Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bis zum Jahresende rechnet man damit, erstmals mehr als elf Millionen Besucher zu zählen.

Nicht nur der Flughafen selbst ist gut besucht, auch das dazugehörige Luftfrachtzentrum scheint gut zu laufen. So gut, dass der Flughafen anscheinend über eine Erweiterung nachdenkt – östlich des Flughafengeländes, was die Gemarkung Filderstadt-Bernhausen wäre. Ein Artikel in einem Wochenblatt dazu hat den SPD-Stadtrat Walter Bauer aufgeschreckt. „Nachtigall, ich hör dich trapsen“, erklärt er auf Nachfrage. Er wolle sichergehen, dass dort nichts entstünde, was ungünstig für Filderstadt wäre. In diesem Bereich sei erst jüngst das neue Gewerbegebiet Filder-Airport-Areal entstanden, das sich zu einem „Silicon Valley“ der Filder entwickeln soll.

Bauer befürchtet einen Großparkplatz

Wenn also dort in der Nähe etwas entstünde, dürfe dies keine negativen Auswirkungen auf das neue Gewerbegebiet haben. Konkret befürchtet Bauer dort einen Frachthof oder Großparkplatz für Lastwagen. „Filderstadt ist kein Billigparkplatz, das kann nicht sein“, stellt Bauer klar. Gegen hochwertige Gebäude habe er nichts, allerdings müsse an den Bodenschutz gedacht werden. Ob das zusammenpasse, könne er nicht sagen. „Wir wollen keine prekäre Lage zum Gewerbegebiet“, betont Walter Bauer. Er hat Oberbürgermeister Christoph Traub um Auskunft gebeten, was vom Flughafen geplant ist, mit welchen Belastungen für Filderstadt zu rechnen sei und wie dies mit dem Flächennutzungsplan Filderstadt zusammenpasse.

Spruchreif ist bisher nichts

Von einer konkreten Erweiterung des Luftfrachtzentrums weiß Christoph Traub allerdings bisher nichts; Bauanträge oder Bauanfragen oder selbst eine konkrete Absichtserklärung existieren noch nicht. „Es gibt lediglich die Anfrage des Flughafens zu einem Gespräch, über die Weiterentwicklung des Luftfrachtzentrums“, berichtet Traub. Im Mai habe man sich deshalb bei ihm gemeldet. Seitdem habe sich nichts mehr getan. Traub: „Bis jetzt hat niemand um einen Termin gebeten.“

„Im Luftfrachtzentrum gibt es Interesse von Mietern an weiteren Flächen“, bestätigt der Flughafensprecher Johannes Schumm. „Momentan prüfen wir, wie sich das im Bestand umsetzen lässt.“ Darüber hinaus sei noch nichts Handfestes geplant, es gebe keinen Bauantrag oder Ähnliches.

Das Gewerbegebiet Filder-Airport-Areal ist rund sieben Hektar groß und seit 2016 zur Bebauung freigegeben. Bisher hat die Manz-Familienstiftung dort ein Businesscenter bauen lassen, in dem sich einige Firmen niedergelassen haben. Außerdem ist der Autoteilehändler Werner Metzger von Möhringen nach Bernhausen gezogen und hat hier den neuen Firmensitz auf 4000 Quadratmetern bezogen.

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