Dieser Tage sind in Bernhausen, Sielmingen und Bonlanden nagelneue Säulen zur Geschwindigkeitsüberwachung aufgebaut worden, im Herbst wird nachgelegt. Was soll das?
Ganze zwei Jahre sind zwischen dem Beschluss und der Umsetzung vergangen, nun sind sie aber aufgebaut worden: die neuen stationären Blitzer in Filderstadt. Installiert wurden die modernen schwarzen Säulen dieser Tage an der Plieninger Straße in Bernhausen, an der Bonländer Hauptstraße sowie an der Reutlinger Straße in Sielmingen. Während die ersten beiden Standorte komplett neu sind, wurde in Sielmingen ein bestehendes Gerät ersetzt.
Das soll es jedoch noch nicht gewesen sein. Die bereits im Sommer 2023 vom Ordnungsamt vorgelegte Konzeption zur Geschwindigkeitsüberwachung beinhaltet auch neue stationäre Blitzer in Harthausen und in Plattenhardt. Dort sollen Temposünder von Bonlanden kommend an der Degerlocher Straße sowie an der Hohenheimer Straße etwa auf Höhe der Aral-Tankstelle überwacht werden. Bis Herbst sollen die beiden neuen Säulen stehen, sagt der Ordnungsamtsleiter Jan-Stefan Blessing.
Für die Kontrolloffensive gibt er zwei Gründe an. Der offensichtlichste: Abschreckung. Die Stadt möchte Schnellfahrer ausbremsen. „Wir wollen einen flächendeckenden und spürbaren Überwachungsdruck. Jeder soll das Gefühl haben, es könnte mich morgen erwischen“, sagt Jan-Stefan Blessing. Er stellt klar: „Wenn wir nicht überwachen würden, würden sich manche nicht an die Regeln halten.“
Um mehr Disziplin im Straßenverkehr zu erreichen, wurde bereits im Oktober 2024 ein neuer Blitzeranhänger angeschafft. Er ersetzt ein altes Fahrzeug mit Radartechnik, das in die Jahre gekommen und wofür die technische Unterstützung ausgelaufen war. Ähnliches gilt für die Starenkästen an der Bahnhofstraße in Sielmingen sowie an der Neuhäuser Straße in Bernhausen. Sie werden zwar erst mal stehen gelassen, „aber für eine Geschwindigkeitsüberwachung sind sie nicht mehr nutzbar“. Stattdessen setze man an diesen Stellen stärker auf mobile Kontrollen.
Der Messanhänger hat laut dem Amtsleiter 295 000 Euro gekostet, die fünf neuen Säulen in Summe 400 000 Euro. Viel Geld, andererseits rechnet die Stadt durch die Neuanschaffungen mit Mehreinnahmen in Höhe von etwa 330 000 Euro pro Jahr. Das wird sich aber erst ab 2026 niederschlagen. Noch sind einige der neuen Blitzer nicht mal angeschlossen, das soll jedoch alsbald passieren. „Sobald Strom anliegt, können sie in Betrieb gehen“, sagt Jan-Stefan Blessing.
Das Besondere an den neuen stationären Geräten: Sie schießen durch zwei Kameras in beide Richtungen Fotos. Ausgewählt wurden Standorte in Schul- beziehungsweise Schulwegnähe oder wo die Lärmbelastung hoch ist. „Natürlich gehen wir auf Hauptverkehrsstraßen“, fügt er hinzu. Beispiel Plieninger Straße: Dort seien pro Tag um die 17 000 Fahrzeuge unterwegs. An der Stelle nahe der Kirche, wo nun der neue Blitzer steht, herrscht Tempo 30. Jan-Stefan Blessing betont: „Wir haben noch zu viele Verkehrsteilnehmer, die denken, Verkehrszeichen sind Angebote.“