Die Schutzwand wird aus Fertigteilen hergestellt. Foto: Otto-H. Häusser

Die Mauer im Norden von Filderstadt-Harthausen wird jetzt gebaut. Die Kosten steigen wegen des Zeitdrucks und der großen Baunachfrage deutlich auf 465 000 Euro.

Harthausen - Die betroffenen Anwohner sind sehr zufrieden. Deshalb waren sie auch mit einer Delegation bei der jüngsten Gemeinderatssitzung, um den Stadträten und der Verwaltung zu danken. Die Mauer, die ihr Hab und Gut künftig schützen soll, wird derzeit gebaut.

Zweimal Hochwasser im Jahr 2018

Im vergangenen Jahr war ihnen bei Starkregen zweimal das Schmutzwasser von den benachbarten Äckern ins Haus gelaufen. „Beim zweiten Mal hatten wir es 1,30 bis 1,40 Meter hoch im Keller stehen“, sagt Stephan Zantis. Besonders schlimm sei gewesen, dass das Wasser voller Schlamm war. „Der Lehm hat sich überall reingesetzt“, sagt Zantis. Viele elektrische Geräte seien kaputt gewesen.

Zantis freut sich, dass nun alles vorbei sein dürfte. Trotzdem hat er seine Türen noch mit Sandsäcken gesichert. Am Wochenende hat es zwar erneut geregnet. Das Wasser blieb jedoch hinter dem durch die Bauarbeiten aufgeschütteten Erdwall etwa 30 Zentimeter hoch stehen. Zantis hat sich bei Oberbürgermeister Christoph Traub persönlich für den Bau der Mauer bedankt. „Das ging jetzt wirklich rasant“, sagt der Harthäuser, der als Beamter beim Land arbeitet und die Verwaltungspraxis aus eigener Erfahrung kennt.

Fertigstellung Mitte September

Bis Mitte September soll die Mauer, die etwa einen Meter hoch wird, stehen. Am Montag wurden die ersten Betonteile mit Tiefladern angeliefert. Sie werden entlang der Häuserreihe im Norden von Harthausen aufgereiht und miteinander verbunden. Künftig soll das Wasser dort gestaut werden, um es schließlich dosiert in das Kanalnetz laufen zu lassen. Langfristig ist daran gedacht eine Leitung zum Weiherbach zu legen, damit die Kläranlage wieder entlastet wird.

Ziel war es, die Mauer möglichst bald zu bauen, um die Menschen, die im Brandfeld vom Starkregen betroffen waren, schützen zu können. Durch den Zeitdruck sind nun laut Verwaltung höhere Kosten entstanden. War man ursprünglich davon ausgegangen, dass 320 000 Euro ausreichen würden, so kostet die Schutzwand nun 465 000 Euro. Zu der Preissteigerung hat auch die Auslastung der Firmen einen großen Teil beigetragen. Nicht nur die Baufirmen sind mit Aufträgen eingedeckt, auch die Firma, die die Fertigteile herstellt, hat viel zu tun.

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