Markus Kiesel war schockiert, als er am Montag auf den Friedhof kam. Foto: Caroline Holowiecki

Auf dem Friedhof in Filderstadt-Bonlanden hat ein Unbekannter mehrmals Ruhestätten verunstaltet. Da die Verstorbenen verwandt waren, glaubte die Familie an eine persönliche Sache. Nun legt ein neuer Fall nahe, dass diese Theorie nicht stimmt.

Bonlanden - Auf dem Friedhof in Bonlanden ist abermals ein Grab geschändet worden – und diesmal besteht keine verwandtschaftliche Beziehung zur Familie Laux, die seit geraumer Zeit über Verunstaltungen auf diversen Familiengräbern klagt und vermutet, dass die Sache eine persönliche ist (wir berichteten).

Markus Kiesel hat am Montag die Ruhestätte seiner Mutter beschädigt vorgefunden. Von Pflanzen waren Äste abgerissen, eine Staude wurde nahezu bündig am Boden abgehackt, Dekoration verschoben. „Das kann weder ein Tier gewesen sein noch ein Sturm. Ich bin mir zu 99 Prozent sicher, dass es mutwillig war“, sagt der 47-Jährige, zumal am Wochenende zuvor noch alles intakt gewesen sei. Und auch Beate Nunes vom Filderstädter Friedhofsamt, die zufällig vor Ort ist, bestätigt den Eindruck, dass sich da einer zu schaffen gemacht hat. Das sehe aus wie ein glatter Schnitt, sagt sie, nachdem sie eine Pflanze in Augenschein genommen hat.

„Was für Menschen machen so etwas? In welch einer Welt leben wir?“ Markus Kiesel ist fassungslos. Und er glaubt, sich zu erinnern, unlängst eine weitere Beschädigung am Kolumbarium gesehen zu haben. Ob mutwillig, durch einen Unfall oder Materialschwäche, kann er nicht deuten. Die Schändung des Grabes seiner Mutter hat er jedenfalls der Polizei gemeldet. Auch Beate Nunes ermuntert Betroffene oder Zeugen: „Kommen Sie auf uns zu.“

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