Für den emotionalen Höhepunkt sorgte das Lehrerkollegium. der Werkrealschule Bonlanden. Foto: Otto-H. Häusser

Der Rektor der Werkrealschule Bonlanden, Ralph Schindler, ist mit viel lobenden Worten verabschiedet worden. Der scheidende Schulleiter zeigte sich traurig darüber, dass seine Schule in wenigen Jahren geschlossen wird.

Bonlanden - Das Bild vom Steuermann, der das Schulschiff durch rauschende und auch gefährliche Gewässer lenkt, tauchte beim Festakt für Ralph Schindler am Freitag immer wieder auf. Und die Festredner waren sich einig, dass der scheidende Rektor der Werkrealschule Bonlanden diese Aufgabe mit Bravour, Tatkraft und Beharrlichkeit gemeistert habe.

Zu Beginn der Abschiedsfeier in der Schulmensa skizzierte die Leiterin des Staatlichen Schulamts Nürtingen, Corina Schimitzek, den beruflichen Werdegang Schindlers. Der gelernte Werkzeugmacher hatte auf dem zweitem Bildungsweg sein Abitur gemacht und schließlich Pädagogik studiert. Nachdem er zunächst an der Zeppelinschule Echterdingen unterrichtet hatte, wurde er 2002 Schulleiter in Bonlanden. Schindler habe vor allem mit der Einführung der ersten Ganztagsschule auf den Fildern im Jahr 2006 seine Bereitschaft, Neues auszuprobieren, verdeutlicht.

„Ihn war wichtig, dass Kinder eine Chance bekommen“

Oberbürgermeister Christoph Traub erinnerte an zwei weitere wichtige Projekte, die von Schindler vorangetrieben worden seien. Die Einführung der Schulsozialarbeit und der Börse Deiner Zukunft. Durch letztere lasse sich der Übergang von Schule in Beruf „in guter Weise gestalten.“ „Es war ihm immer wichtig, dass Kinder eine Chance bekommen“, sagte Traub.

Auch Stadtrat Walter Bauer, der für den Gemeinderat sprach, hob die Tatkraft von Schindler hervor. „Du warst ein stets verlässlicher Partner“, sagte er. Selbst als der Rektor mit seiner Schule bei der Bewerbung zur Gemeinschaftsschule unterlag, habe er weitergekämpft. Die Leiterin des Eduard-Spranger-Gymnasiums, Ursula Bauer, erinnerte an Schindlers zehnjährige Tätigkeit als geschäftsführender Schulleiter von Filderstadt. „Du warst immer ein kompetenter und geradliniger Gesprächspartner“, sagte sie. Schindler habe stets seine Meinung geäußert, auch auf die Gefahr hin, dass sie nicht jedem gefalle. Auch andere Redner lobten die gute Zusammenarbeit mit Schindler, darunter auch sein Nachfolger, Konrektor Denis Schneider. Seine Schüler hatten ihm zum Dank einen Film gedreht. Eine Schulband spielte zur Verabschiedung. Der Verein Integra zeigte seine Verbundenheit zu dem Rektor mit einem Rap und einem Lied, vorgetragen von Kindern. Den emotionalen Höhepunkt beim Festakt setzte allerdings das Lehrerkollegium. Es postulierte besondere Charaktereigenschaften seines scheidenden Chefs, unter anderem Beständigkeit, Verlässlichkeit, Loyalität, Hilfsbereitschaft und Respekt.

Wehmut und Traurigkeit

Für soviel lobende Worte bedankte sich Ralph Schindler. Auf dem Fluss seinen bei Stromschnellen der Überblick und die Steuerfähigkeit des Steuermanns gefordert, sagte der passionierte Kanufahrer. Wenn er auf der Donau unterwegs gewesen sei, habe er immer vermieden, zum Donauursprung zu kommen. Seine Schule laufe aber nun leider in einigen Jahren aus, wenn sie geschlossen werde. „Dies erfüllt mich mit Wehmut und Traurigkeit“, sagte er, Schindler, der in eineinhalb Wochen geht, freute sich aber auch auf seinen Ruhestand, auf mehr Zeit mit der Familie und ehrenamtliche Tätigkeiten.

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