Der Zebrastreifen soll besser erkennbar werden. Foto: Otto-H: Häusser

Auf der Neuhäuser Straße in Filderstadt-Bernhausen gibt es wegen einer Umleitung viel Verkehr. Doch auch sonst ist dort was los. Die Betroffenen wünschen sich, dass der Zebrastreifen besser sichtbar wird.

Bernhausen - Die Autos stehen im Berufsverkehr Stoßstange an Stoßstange vor den Haustüren der Anwohner. Der Grund für die Staus auf der Neuhäuser Straße sind die Bauarbeiten in der Sielminger Bahnhofstraße, die noch bis Ende November dauern sollen. Die Neuhäuser Straße fungiert dabei als Umleitung. Doch auch schon ohne diese Zusatzbelastung gibt es viel Verkehr auf der Straße. Davon kann Helmut Schaal ein Lied singen. Er wohnt schon seit 1966 dort. „Die Straße ist mit ihren 5,70 Metern einfach zu schmal“, sagt er. Wenn auf der einen Seite Autos parken, würden die Autos, die dem Gegenverkehr ausweichen wollen, auf den Gehweg fahren. Es wäre im Sinne von Helmut Schaal und seinem Nachbarn Stephan Pflugfelder, wenn die Autos dauerhaft heruntergebremst würden.

Tempo 30 für mehr Sicherheit

Pflugfelder, dessen Mutter erst vor einigen Monaten auf dem dortigen Zebrastreifen von einer Autofahrerin erfasst und verletzt wurde, spricht sich deshalb für Tempo 30 ganztags aus. Bisher gibt es die Geschwindigkeitsbegrenzung nur in der Nacht – von 22 bis 6 Uhr. Damit die Autofahrer das Tempo auch einhalten, schlagen die beiden Anwohner den Aufbau eines Blitzers ortsauswärts vor. So wie es ihn bereits für Autofahrer gibt, die aus Richtung Neuhausen in den Ort einfahren.

Doch die Hoffnung auf eine Geschwindigkeitsbegrenzung dürfte verloren sein. „Wir könnten dort nur dann das Tempo reduzieren, wenn der Lärm zu groß wäre“, sagt Ordnungsamtsleiter Jan-Stefan Blessing. Doch die Werte, die im Lärmaktionsplan für Maßnahmen vorausgesetzt werden, würden nicht erreicht. Deshalb dürfte der Wunsch nach einem Flüsterbelag ebenfalls wenig Aussicht auf Erfolg haben. Helmut Schaal beklagt eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“: Schließlich würden die Anwohner der Bahnhofstraße in Sielmingen, deren Situation vergleichbar sei, einen solchen Belag bekommen. Wenn es keinen Flüsterbelag für die Neuhäuser Straße gebe, müsse wenigstens die Fahrbahn saniert werden. „Sonst spritzen bei Regen Autos die Fußgänger nass“, sagt er.

Verkehr soll gebremst werden

Das Hauptbegehr von Schaal und Pflugfelder ist es, den Verkehr zu bremsen. Deshalb sind sie auch sehr dafür, das Halteverbot, das es früher mal an der Neuhäuser Straße gab, wieder einzurichten. „Sonst parken die Leute zu dicht am Zebrastreifen“, sagt Stephan Pflugfelder. Dadurch werde die Sicht auf den Zebrasteifen, den man auf jeden Fall erhalten wolle, stark eingeschränkt. Ihre größte Hoffnung setzen die beiden Anwohner, die ihre Nachbarschaft hinter sich wissen, auf eine im Zuge des S-Bahnausbaus angedachte Verlängerung der Karlstraße. Dann wäre auf der Neuhäuser Straße deutlich weniger Verkehr.

Auf der Karlstraße könnte sich aber nach bisherigen Prognosen das Verkehrsaufkommen verdoppeln. Die Anwohner dort würden nach Einschätzung von Schaal nicht so stark leiden wie die an der Neuhäuser Straße. „Dort sind die Häuser viel weiter Weg von der Straße als hier“, sagt er.

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