Wenn es nach dem Willen der Anwohner ginge, würde Bernhausen Endstation der S-Bahn bleiben. Foto: Jacqueline Fritsch

Die Verlängerung nach Neuhausen braucht es nach Ansicht der betroffenen Anlieger nicht. Die Züge sollen auf der künftigen S-21-Trasse fahren. Dadurch werde auch der Ringschluss ins Neckartal möglich.

Sielmingen - Der Nutzen der geplanten S-Bahnstrecke nach Neuhausen sei viel zu gering, sagen Anwohner der Alemannenstraße in Sielmingen. Durch die Veränderung der Planung mit einem 15-Minuten-Takt (wir berichteten) sinke der Kosten-Nutzen Faktor unter den erforderlichen Wert von 1.0.

Denn: „die Zahl der Fahrgäste wird deshalb nicht größer“, sagt Matthias Trautwein, an dessen Haus die S-Bahn zwar in einem Trog, aber trotzdem in nächster Nähe vorbeifahren soll. Er spricht sich deshalb wie seine Nachbarn für eine andere Planung aus. „Man muss doch zukunftsgerecht denken“, sagt er. Dazu passe aber nicht, dass es in Neuhausen einen Sackbahnhof geben soll. „Wenn man von dort Richtung Neckartal verlängern will, muss man in den Tunnel“, ergänzt Dietmar Hantke, der ebenfalls an der Alemannenstraße wohnt. Deshalb wäre es ihrer Meinung nach viel sinnvoller, die S-Bahn auf der S-21-Strecke vom Flughafen ins Neckartal fahren zu lassen. „Da könnte man dann auf Höhe von Neuhausen einen zusätzlichen Bahnhof machen“, sagt Trautwein.

Der Vorteil des Standorts an der Autobahn liegt für ihn auf der Hand: „Die Autofahrer könnten direkt von der Straße in die Bahn umsteigen. Und Platz für ein großes Parkhaus gäbe es dort auch.“

Verkehrsdirektor befürchtet ausgebremste Fernzüge

Der Verkehrsdirektor des Regionalverbands, Jürgen Wurmthaler, hält von dieser Idee jedoch nicht viel. „Zwischen dem Flughafen und der Wendlinger Kurve kann es keinen zusätzlichen Bahnhof geben“, sagt er auf Anfrage. Dadurch würden die Fernzüge, die primär auf der S-21-Strecke unterwegs sind, zu stark ausgebremst. Hinzu komme, dass Sielmingen bei dieser Variante vom S-Bahnverkehr abgeschnitten würde. Die Anwohner der Alemannenstraße bezweifeln jedoch, dass es in Sielmingen einen großen Bedarf für eine neue Bahnstation gibt. „Die meisten Bahnnutzer steigen doch zunächst in den Bus“, meint Matthias Trautwein Dann könnten sie aber auch nach Bernhausen zum Bahnhof fahren.

Anwohner haben Angst vor Lärm

Nach Einschätzung von Dietmar Hantke haben die Sielminger eher Nach- als Vorteile von der S-Bahn. „Der Verkehr auf der Bahnhofstraße wird dadurch nicht weniger“, sagt er. Im Gegenteil. Weil zusätzlich Pendler mit ihrem Auto auf dieser Straße zur S-Bahnstation Sielmingen fahren würden. Es mache auch keinen Sinn, wenn immer wieder gesagt werde, man könne entlang der neuen S-Bahnstrecke Wohnungen bauen, sagt Kerstin Trautwein. „Es will doch keiner an den Gleisen wohnen.“ Dies funktioniere nur, wenn die Bahn in einem Tunnel fahre, sagt sie und betont, nicht grundsätzlich gegen eine S-Bahn zu sein.

Vor dem Lärm, den die S-Bahn mit sich bringt, fürchten sich die Anwohner der Alemannenstraße auch. Deshalb hat sie die Nachricht, dass die geplante Strecke von einer Neben- zur Hauptbahn werden soll, stutzig gemacht. Schließlich könnten die Züge auf einer Hauptbahn schneller fahren als auf einer Nebenbahn „Es könnte sein, dass sich dadurch die Lärmbelastung für uns Anwohner erhöht“, argwöhnt Monika Donath-Schlapp. Man müsse diesen Gesichtspunkt bei den jetzt fälligen Einwendungen im Auge behalten.

Auslegung
Die neuen Pläne zur Verlängerung der S-Bahnstrecke sind noch bis 19. Juni im Rathaus Plattenhardt, Uhlbergstraße 33, ausgelegt. Einwendungen und Einsprüche können bis zum 3. Juli erhoben werden.

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