Ordnungsamtsleiter Jan-Stefan Blessing präsentier eine aufgebrochenen Bürotür, im Hintergrund ist das zerschlagene Fenster zu sehen, durch das die Täter eingestiegen sind. Foto: Caroline Holowiecki

Mitte Dezember ist ins Bürgeramt in Harthausen eingebrochen worden. Die Wiedereröffnung lässt auf sich warten. Warum dauert das so lang?

Wann genau der Einbruch war, das liegt nach wie vor im Dunklen. Wenige Tage vor Weihnachten, genauer gesagt in der Nacht vom Freitag, 12. Dezember, auf den Samstag, 13. Dezember, wurde am Rathaus in Harthausen zunächst eine Fensterscheibe direkt neben der Eingangstür eingeschlagen, wodurch mindestens zwei Täter ins Erdgeschoss des Gebäudes und damit ins Bürgeramt gelangten. Drinnen wurde alles durchwühlt. Fund: ein Tresor. Er wurde aus seiner Verankerung gerissen und gestohlen. Am Samstagmorgen gegen 6 Uhr wurde der Safe schließlich gut 15 Kilometer entfernt aufgefunden. Um ihn zu öffnen, hatten die Einbrecher ihn vom Parkhaus am Fasanenweg in Unteraichen geworfen. Anschließend hatten sie noch den Inhalt des Tresors in Brand gesetzt.

 

Mehr als einen Monat ist das Ganze her, doch das Bürgeramt in Harthausen ist nach wie vor geschlossen – und das wird es auch noch eine Weile bleiben. Im Gebäude von 1842 gibt es viel zu tun. „Bei uns sind die Türen drinnen immer abgeschlossen“, erklärt Jan-Stefan Blessing, der Ordnungsamtsleiter, die Einbrecher hätten alle dieser Türen – acht bis zehn Stück – brachial aufgestemmt. Das komplette Gebäude, inklusive eines Saals und eines Vereinszimmers im Obergeschoss, sei durchsucht worden. „Alles bis zum Dach, die sind selbst auf die Bühne hoch.“ In den Amtsräumen selbst sei alles durcheinandergeworfen worden. Der später in Unteraichen gefundene Tresor war zuvor in einem Schrank fest mit der Wand verschraubt gewesen. Ihn haben die Täter mit roher Gewalt herausgebrochen und mitgenommen. Inhalt laut Jan-Stefan Blessing: die Kaffeekasse und Dokumente. Weitere Beute machten die Einbrecher offenbar nicht.

Dazu, wer für das alles verantwortlich war, gibt es laut dem Polizeisprecher Christian Wörner noch keine abschließenden Erkenntnisse. Er spricht von einem laufenden Ermittlungsverfahren, „diese Spurenauswertung dauert sehr lange“. Geprüft wird unter anderem, ob es einen Zusammenhang mit weiteren Taten in Filderstadt gibt. Am 5. Januar wurden nach einem Einbruch ins Elisabeth-Selbert-Gymnasium in Bernhausen vier junge Männer auf frischer Tat festgenommen. Die Tatverdächtigen im Alter von 16 bis 18 Jahren befinden sich seither in Untersuchungshaft. Ob das Quartett auch für Einbrüche in weitere Schulen in der Stadt in Betracht kommt, ist ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen. „Da hängt ein ganzer Rattenschwanz dran“, sagt Christian Wörner.

Wann öffnet das Bürgeramt Harthausen wieder?

Derweil müssen sich die Menschen in Harthausen gedulden. Das Chaos im Rathaus in Harthausen ist mittlerweile beseitigt, die Renovierungsarbeiten werden sich laut Jan-Stefan Blessing aber noch eine Weile hinziehen. Zunächst müssen die Türen erneuert werden – Kostenvoranschlag: mehrere Tausende Euro –, ebenso muss ein den Vorschriften entsprechender Tresor wiederbeschafft werden. „Wir streben an, noch im Februar in irgendeiner Form wiederzueröffnen, insbesondere mit Blick auf die Landtagswahl“, sagt er. Ob das klappen werde, das sei jedoch noch nicht gewiss.