Beim Montagsfrühstück im Familienzentrum Bernhausen plaudern die Besucher bei Kaffee und Brötchen. Foto: Sabrina Höbel

Das evangelische Familienzentrum erhält für vier Jahre eine Förderung vom Bund. Mit dem Geld möchte man vor allem mehr am Gemeinschaftsgefühl arbeiten. Die Planung dafür steht gerade noch in den Startlöchern.

Bernhausen - Montagmorgens ist viel los im evangelischen Familienzentrum in Bernhausen. Der Duft von Kaffee und frischen Brötchen liegt in der Luft. Wie jede Woche versammeln sich Jung und Alt zum gemeinsamen Frühstück um den großen Tisch im offenen Wohnzimmer. Kristina Momm und ihre Tochter Greta kommen schon seit der Geburt der Kleinen her. „Ich mag es einfach, mich an einen gedeckten Tisch zu setzen“, sagt Momm. Die Kinder können in der Ecke spielen, während Mamas und Omas sich unterhalten.

Um Angebote wie das Montagsfrühstück zu erhalten und noch weitere Ziele zu verwirklichen, bekommt das Familienzentrum in den nächsten vier Jahren Unterstützung aus Berlin. Das Zentrum wurde für das Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus als eine von rund 100 Einrichtungen neu ausgewählt und erhält nun 40 000 Euro pro Jahr.

Neue Stellen sollen geschaffen werden

„Wir haben uns sehr über die Förderung gefreut“, sagt Bettina Moritz, die Leiterin des Zentrums. Das Vergabeverfahren habe sich fast neun Monate lang gezogen und eine Menge Papierkram erfordert. Am Ende hat sich die Arbeit aber gelohnt, seit dem 1. Januar wird die Einrichtung gefördert. 30 000 Euro kommen dabei vom Bundesfamilienministerium, die restlichen 10 000 Euro bringt der Kreis Esslingen auf.

„Mit dem Geld wollen wir unsere Arbeit so fortsetzen und erweitern, wie wir uns das immer vorgestellt haben“, sagt Moritz. Zum einen soll die Stelle der Leiterin so erweitert werden, dass diese auch die Seniorenbetreuung umfasst. Außerdem wolle man eine Stelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) schaffen, so Moritz. Das meiste Geld wird also für Personalkosten ausgegeben.

Eine Voraussetzung für den Erhalt der Förderung ist, sich mit der Gestaltung des demografischen Wandels auseinanderzusetzen. Den spüre man auch in Bernhausen: „Einerseits ist Bernhausen ein Zuzugsgebiet für junge Familien, andererseits haben wir eine alternde Gesellschaft“, sagt Moritz.

Hauptziel: Caring Community

Hier komme das Familienzentrum als Mehrgenerationenhaus ins Spiel. „Wir wollen eine Caring Community schaffen“, sagt die Leiterin. Damit sei gemeint, dass die Leute nicht nur die Angebote wie das Montagsfrühstück, die Bastelrunde oder den Winterspielplatz nutzen, sondern sich als ein Teil der Gemeinschaft fühlen. Erreicht werden soll das zum Beispiel durch einen offenen Treff.

Das Ziel der „Caring Community“ steht schon länger auf der Agenda des Familienzentrums. Bisher haben allerdings die finanziellen Mittel gefehlt, um alles Nötige dafür bereitzustellen. „Wir treffen uns diese Woche, um zu besprechen, wie wir die Ziele erreichen können. Wir haben ja zum Glück noch vier Jahre dafür Zeit“, sagt Bettina Moritz.

Mit den 40 000 Euro sollen außerdem ein paar kleine Anschaffungen gemacht werden. Die Jugendkirche möchte gerne Möbel bauen. Die Materialien dafür werde dann das Familienzentrum bezahlen. „Außerdem wollen wir freies WLAN installieren“, sagt Moritz. Große Ausgaben, wie Bauprojekte, sind allerdings vom Bund nicht erlaubt.

Auch die Teilnehmer des Montagsfrühstücks haben schon von der neuen Förderung erfahren. „Das ist natürlich super für das Familienzentrum“, sagt Katarina Momm. „Davon profitieren wir doch alle.“

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