Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren wegen fahrlässiger Tötung eingestellt. Foto: Lg/Achim Zweygarth

Nach dem Tod einer 21-Jährigen in der Filderklinik vor zwei Jahren ermittelte die Staatsanwaltschaft. Die Hinterbliebenen der Frau legen nun Beschwerde gegen die Entscheidung der Behörde ein.

Stuttgart - Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat vor kurzem ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen einen Arzt der Filderklinik in Filderstadt-Bonlanden(Landkreis Esslingen) eingestellt. Das bestätigte Claudia Krauth, die Sprecherin der Behörde, auf Nachfrage unserer Zeitung. „Es wurde kein Tatnachweis gefunden“, sagte sie. Das Verfahren sei deswegen nach Paragraf 170, Absatz 2 der Strafprozessordnung eingestellt worden. Das war – wie es in dem Paragrafen vorgeschrieben ist – den Beschuldigten mitgeteilt worden. Die Anwältin der Angehörigen sagte, sie seien über die Entscheidung sehr enttäuscht. Die Familie habe Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft eingelegt.

Fünf Tage nach dem Eingriff starb die junge Frau

Die 21-Jährige Frau war Ende April in die Filderklinik gekommen, weil sie Bauchschmerzen hatte. Mit einem minimalinvasiven Eingriff sollte ihr geholfen werden. Die genaue Ursache der Beschwerden nannten die Ärzte damals aufgrund ihrer Schweigepflicht nicht. Bei der Bauchspiegelung verletzten die Ärzte eine Bauchvene. Dadurch verlor die Patientin so viel Blut, dass sie fünf Tage später an Organversagen starb. Die Filderklinik hatte den Zwischenfall damals in einer Pressekonferenz drei Tage nach dem Eingriff öffentlich gemacht – zwei Tage vor dem Tod der 21-Jährigen.

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