Die Filderhalle wird saniert – das ist ein großes Unterfangen. Wie ist der Stand auf der Baustelle, und welche Überraschungen gab es?
Wer aktuell an der Filderhalle vorbeifährt, sieht, dass sich etwas tut: Baumaterialien überall, aufgereihte Handwerkerfahrzeuge. Seit Februar ist die Filderhalle – mit Ausnahme des Panoramasaals – geschlossen, denn es wird großflächig saniert, erneuert, umgebaut.
„Im Gebäude ist die Demontage abgeschlossen“, berichtet Franziska Johannes, die Projektleiterin beim städtischen Hochbauamt. Jetzt beginnt die Installation von Elektro, Heizung, Wasser, Lüftung und Sanitär. Im großen Saal ist die komplette Glasfassade getauscht worden. Im Foyer gibt es eine neue Decke, und der alte Putz kommt herunter: „Das war eine bewusste Entscheidung im Gemeinderat“, sagt Tanja Arnold, die Leiterin des Hochbauamts. Denn schließlich werde die komplette Technik in der Filderhalle erneuert – die ist aber für die Besucher unsichtbar. Sichtbar ist aber die Optik im Foyer – und mit dem neuen Putz wird die Erneuerung unübersehbar sein. Auch im großen Saal ist der Putz entfernt worden. Der neue Putz wird ein besonderer Akustikputz sein. Denn die Akustik muss nach der Sanierung genauso gut sein wie vorher, darauf wird geachtet.
Filderhalle: auch der Außenbereich wird neu gemacht
In der Tiefgarage ist der erste Bauabschnitt abgeschlossen, der zweite beginnt jetzt. Heißt: Die eine Hälfte war für die Besucher des Panoramasaals nutzbar, solange die andere saniert wurde – und jetzt wird getauscht. Die Lüftung und die Brandmeldeanlage müssen noch vom Gutachter abgenommen werden, dann gehen sie in Betrieb, berichtet Franziska Johannes.
Der Außenbereich wird ebenfalls komplett neu gemacht, auch hier soll es moderner werden. „Da gibt es dann farbig beleuchtete Schirme“, sagt Stephan Wieland, der gemeinsam mit Kevin Goldberg Geschäftsführer der Filderhalle ist. Er hat seinen Arbeitsplatz zurzeit auf einer Baustelle – da kann es schon mal laut werden. „Aber wenn zu viel Lärm ist, können wir auf Bertha's Place im Vision One in Echterdingen ausweichen“, sagt Wieland, „und dort arbeiten.“ Diese Location gehört ebenfalls zur Filderhalle.
Aktuell liegt man voll im Zeitplan, fertig soll alles Ende September sein. „Die Bitumen-Knappheit auf dem Markt schießt uns dazwischen“, sagt Franziska Johannes, aber noch sei man optimistisch, rechtzeitig eine Lieferung zu bekommen. „Aber wir haben ein tolles Team mit vielen tollen Handwerkern“, so Johannes, „die allen Problemen sofort mit Lösungen begegnen.“
Filderhalle: Oft sind die alten Pläne ungenau
Neben der Materialknappheit sind es manchmal auch die ungenauen Pläne, besonders bei älteren Gebäude, die für Kopfzerbrechen sorgen. „Oft sind Veränderungen oder Umbauten nicht dokumentiert worden“, erzählt Franziska Johannes. Ein Beispiel von der Filderhallen-Baustelle: Da der Aufzug bis in die Tiefgarage verlängert werden soll, damit die Filderhalle barrierefrei erreichbar ist, musste nach verschiedenen Leitungen und Rohren gesucht werden. Im Zuge dieser Suche wollte man nachsehen, wo die Abwasserleitungen für die WCs verlaufen – „gefunden haben wir keine Rohre, sondern einen Drainage-Brunnen“, erzählt Franziska Johannes. Auch dieser war nicht in den Plänen verzeichnet gewesen. Er bekommt einen neuen Deckel und wird bleiben, die Abwasserleitungen müssen woanders verlaufen.
Und ein Überraschungsfund ist auch nicht ausgeblieben: Beim Rückbau, beim Abreißen einer Mauer, sind alte Weinflaschen aufgetaucht, die eingemauert gewesen waren. „Die stammen aus der Bauzeit der Filderhalle“, sagt Franziska Johannes, „das war wie eine kleine Zeitkapsel.“ Die Filderhalle stammt aus dem Jahr 1958, erweitert wurde sie zum ersten Mal von 1979 bis 1983. Aus dieser Zeit scheint auch der Trollinger zu stammen: Jahrgang 1981 und 1982 steht auf den Etiketten – den damaligen Handwerkern hat’s hoffentlich geschmeckt.