Jutta Haizmann pendelt zwischen den seelsorgerischen Welten. Sie hilft bei der Vertretung des pensionierten Dekans Wolfgang Röhl, aber sie tut noch vieles mehr. Foto: Jacqueline Fritsch

Seit der Dekan Wolfgang Röhl im Ruhestand ist, hilft Pfarrerin Jutta Haizmann bei der Vertretung.

Filder - Jutta Haizmann fühlt sich wohl in Degerloch. „Ich habe sehr viele aufgeschlossene Menschen kennengelernt“, sagt die junge Frau. Sie ist Pfarrerin zur Dienstaushilfe im Dekanatsbezirk Degerloch.

Seit einem Jahr hat Jutta Haizmann diese Stelle inne; bisher war sie jedoch in Möhringen tätig. Ende vergangenen Jahres sind ihre Aufgaben mehr und mehr nach Degerloch verlegt worden, bis sie nun komplett im Stadtbezirk angekommen ist. „Man kann gar nicht so genau sagen, wann ich hier angefangen habe“, erzählt Haizmann. Ihre Vorgängerin war Teresa Nieser, die nun als Pfarrerin in Bad Cannstatt tätig ist.

Haizmanns Arbeit besteht derzeit aus zwei Teilen: Zum einen hat sie konstante Aufgaben wie die Leitung der Minikirche und der Kinderkirche der Michaelsgemeinde. Zum anderen hilft sie bei der Vertretung des Dekans aus.

Der Weltgebetstag ist Frauensache

Dekan Wolfgang Röhl ist seit einiger Zeit im Ruhestand. Nun ist diese Stelle unbesetzt, voraussichtlich bis zum Sommer. In der vergangenen Woche wurde Pfarrerin Kerstin Vogel-Hinrichs zur neuen Dekanin gewählt. „Der Zeitplan steht aber noch nicht“, erklärt Haizmann. „Man kann nur sagen, dass die Stelle im Sommer wieder besetzt wird.“ Bis dahin ist Pfarrer Gottfried Askani aus Vaihingen der stellvertretende Dekan. Haizmann und Pfarrer Albrecht Conrad unterstützen ihn dabei. „Ich bin für die Michaelsgemeinde I zuständig und Herr Conrad für die Michael II“, erklärt Haizmann. Deshalb sei die Zusammenarbeit mit Conrad recht eng. „Wir machen ja viel als Gesamtkirchengemeinde, und da müssen wir uns oft abstimmen“, sagt die Pfarrerin.

Zu Haizmanns Aufgaben in Degerloch gehört derzeit zum Beispiel die Organisation des Weltgebetstags, der am 3. März stattfindet. „Das ist Frauensache“, sagt sie und erklärt, dass der Weltgebetstag eine ökumenische Veranstaltung für Frauen ist. Sie ist außerdem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und verfasst den Gemeindebrief der Gesamtkirchengemeinde. Auch das passiert in Zusammenarbeit mit Albrecht Conrad. „Ich bin immer da, wo es etwas zu tun gibt“, beschreibt Haizmann ihre Stelle als Pfarrerin beim Dekan.

Einblick in unterschiedliche Gemeinden

Bereits vor ihrem Studium habe sie sich in der Kirchengemeinde eingebracht. Damals habe sie aber noch nicht daran gedacht, einmal Pfarrerin zu werden. „Irgendwann habe ich doch angefangen, Theologie zu studieren und dachte: Abbrechen kann ich immer noch“, erzählt die Pfarrerin. Heute macht sie ihre Arbeit sehr gern. Ihre größte Sorge waren die Sprachen. Latein, Griechisch und Hebräisch müssen Theologiestudenten lernen. „Deshalb habe ich auch zwölf Semester gebraucht“, sagt Haizmann. Bei einem Theologiestudium ist das die Regelstudienzeit. Danach war sie zwei Jahre im Vikariat, und nun hat sie seit einem Jahr die Stelle als Pfarrerin zur Dienstaushilfe. „Das ist die Stelle für die ersten Amtsjahre“, erklärt Haizmann. „Danach ist man offiziell Pfarrer.“ Ihr erstes Jahr als richtige Pfarrerin hat Haizmann in Möhringen verbracht. Dort leitet sie auch weiterhin die Konfirmandengruppe – erst einmal bis zur Konfirmation im Mai. Es sei spannend zu sehen, wie unterschiedlich die einzelnen Gemeinden arbeiten. „Das ist das Tolle an dieser Stelle: Ich lerne auch andere Kirchengemeinden kennen und bekomme einen Einblick in die verschiedenen Arbeitsweisen und Strukturen“, erzählt Haizmann begeistert. Sie freut sich auch, in einer so großen Gemeinde arbeiten zu dürfen. Allerdings könne sie sich vorstellen, in der Zukunft auch mal wieder in einer kleineren Gemeinde zu sein. „Das hat auch was“, sagt die Pfarrerin.

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