Gisela Erler Foto: Peter-Michael Petsch

Staatsrätin Gisela Erler gibt den Filder-Dialog zu Stuttgart 21 trotz geringer Resonanz nicht auf.

Stuttgart – Gisela Erler, die Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung, gibt den Filder-Dialog trotz geringer Resonanz nicht auf.

Frau Erler, ist auf den Fildern die Politik des Gehörtwerdens gescheitert, noch bevor sie richtig angefangen hat?
Nein. Es gibt auf den Fildern schon jetzt viele engagierte Bürger, die an dem Dialog teilnehmen wollen. Unser Ziel war, zusätzlich solche Bürger einzubinden, die in ihrer Meinung noch nicht so festgelegt sind. Der Termin war allerdings ungünstig, darauf haben wir ja auch hingewiesen. Außerdem haben wohl viele, die wir gefragt haben, Bedenken, sich in so einem zugespitzten Diskussionsthema zu exponieren.

Was wollen Sie jetzt tun?
Wir werden uns nächste Woche intensiv um Leute bemühen und sie anrufen. Schauen Sie, das ist auch für uns ein Lernprozess. In einigen Jahren wird sich niemand mehr darüber wundern, dass man zufällig ausgewählte Bürger einbezieht. Das ist zwar anspruchsvoll, aber wir versuchen das weiter.

Und wenn das nicht gelingt?
All die Aktivisten, die sich schon bisher beteiligt haben, sind ja ohnehin dabei. Aber ich hoffe, dass wir sie durch Bürger ergänzen können, die noch etwas neutraler in dem Prozess sind und deshalb vielleicht ausgleichend wirken. Wir wissen, dass auf den Fildern viele Menschen unzufrieden sind, weil sie sich nicht genügend gehört fühlen. Jetzt müssen wir eben gemeinsam herausfinden, wann sie sich auf diesen Prozess einlassen und wie sehr sie das als Zumutung empfinden. Es geht ja doch um einige zeitlich aufwendige Termine. Ich glaube trotzdem, dass wir diese Menschen finden können. Wir müssen eben nicht nur 240 fragen, wenn wir 80 wollen, sondern eben mehr. Vor allem müssen wir es noch schaffen, dass die Bürgermeister und Gemeinderäte noch einmal Stimmung dafür machen, dass sich zusätzliche Leute beteiligen.

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