Filder Verstärkt S-Bahn-Sperrung Verkehrschaos?

Von Otto-H. Häusser 

Die Sperrung der S-Bahnstrecke wird voraussichtlich für mehr Verkehr auf den Straßen in L.-E. und Filderstadt sorgen. Foto: Norbert J. Leven
Die Sperrung der S-Bahnstrecke wird voraussichtlich für mehr Verkehr auf den Straßen in L.-E. und Filderstadt sorgen. Foto: Norbert J. Leven

Durch die Bauarbeiten am S-Bahnhof Flughafen wird es einen Busshuttle geben. In Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen drohen dadurch Staus und Verspätungen im Fahrplan. Die Rathausspitzen befürchten eine Überlastung der Bus-Bahnhöfe.

Filder - So oder so: Filderstadt wird sobald die S-21-Bauarbeiten am dritten Gleis im S-Bahnhof beginnen, vom S-Bahn-Verkehr abgehängt. Egal ob es einen Interimsstopp für die S 2 und S 3 am Airport gibt oder nicht, der Busbahnhof in Bernhausen soll nach den Plänen der Bahn mit Bussen an den Flughafen und die Messe sowie an die S-Bahnstation in Echterdingen angebunden werden.

In Filderstadt ist man über die im Jahr 2022 drohende einjährige Sperrung der S-Bahnlinienicht erfreut. Oberbürgermeister Christoph Traub ist verärgert und gleichzeitig ratlos. „Das mag am Reißbrett funktionieren, im Alltag aber nicht“, sagt er. Es sei zu befürchten, dass der Omnibusbahnhof in Bernhausen total überlastet werde. „Wo sollen denn all die Busse halten“, stellt Traub eine rhetorische Frage. Außerdem werde es im Berufsverkehr Probleme mit der Pünktlichkeit der Busse geben. Es sei zu erwarten, dass sich die Staus noch ausweiten werden. Die Situation verschärfe sich schon durch die Fahrverbote in Stuttgart und die Sperrungen, die es wegen anderer Bauarbeiten am Airport gebe. „Man vergisst immer wieder, dass in Filderstadt auch viele Arbeitnehmer des Flughafens wohnen“, sagt Traub.

Gemeinderat soll sich damit befassen

Er habe am Mittwoch Besuch von einem Vertreter der Bahn bekommen, der jedoch auch keine befriedigenden Antworten gewusst habe. Der Oberbürgermeister will Anfang nächsten Jahres die Sache im Ältestenrat besprechen. „Das muss dann natürlich auch in den Gemeinderat.“ Schließlich würden die Pläne zum Umbau des S-Bahnhofs Flughafen nochmals ausgelegt. „Darauf müssen wir dann reagieren“, sagt der Oberbürgermeister.

Dies hatten auch die Fraktionen der SPD und Freien Wähler in ersten Stellungnahmen gefordert. Die SPD will wissen, welche Folgen die Sperrung für den Verkehr sowie den Busbahnhof in Bernhausen und die daran angeschlossenen Buslinien haben wird. Die Freien Wähler Filderstadt sprechen sich wie der Verkehrsausschuss der Region gegen die Sperrung der S-Bahnstrecke aus.

Die Regionalräte unterstützen auch die Forderung des Landes-Verkehrsministers Winfried Hermann nach einem Interimshalt in der Nähe des Parkplatzes 0 am Flughafen. Dies wäre auch im Interesse der Stadt Leinfelden-Echterdingen. „Die Kapazität der beiden S-Bahn-Linien wird nicht einfach zu ersetzen sein“, sagt Eva Noller, die Erste Bürgermeisterin von Leinfelden-Echterdingen. Bisher ist geplant, dass die S-Bahnstrecke zwischen Echterdingen und Flughafen erst dann gekappt wird, wenn die Verlängerung der U 6 zum Flughafen fertiggebaut ist. Außerdem soll die U 17 eine Verbindung von Vaihingen zum Airport schaffen.

„Interimshalt für L.-E wichtig"

Der Interimshalt am Flughafen sei für L.-E. wichtig, weil sonst alle S-Bahn-Fahrgäste aus der Region, die zum Airport wollen, in Echterdingen aussteigen würden, erklärt Noller. Dann würden zu den Bussen, die nach Bernhausen fahren, auch noch die dazukommen, die zum Flughafen und zur Messe pendeln. „Da könnte es dann schon Probleme am Busbahnhof in Echterdingen geben“, sagt die Erste Bürgermeisterin.

Im Übrigen findet sie es aber gut, dass die Sperrung ein Jahr lang am Stück erfolgen soll. „Dann herrscht Klarheit für die Fahrgäste“, sagt sie. Als Ingenieurin habe sie gewusst, dass der Umbau der Station am Flughafen eine „Riesenoperation“ ist. „Da ist minimalinvasiv nichts zu machen“, sagt sie. Die Bürgermeisterin will im Übrigen auch nicht in die Klagen über eine schlechte Informationspolitik der Deutschen Bahn einstimmen. „Ich habe nicht aus der Presse davon erfahren“, sagt sie.

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