Filder/Schönbuch Anwohner ärgern sich über wilde Müllkippen

Von Malte Klein 

Christoph Brockhoff und Sandra Hertler stört der Müll am Ungerhaldenweg. Foto: Klein
Christoph Brockhoff und Sandra Hertler stört der Müll am Ungerhaldenweg. Foto: Klein

An mehreren Orten in Filderstadt, Leinfelden-Echterdingen und Steinenbronn liegt Abfall und Unrat herum. Das stinkt einigen Anwohnern gewaltig. Nun fordern sie Videoüberwachung, um die Täter zu überführen.

Filder - Der Platz zwischen und neben den Glascontainern am Ungerhaldenweg in Stetten ist übersät mit Müll. Ein Plastikbeutel mit Hausabfällen liegt dort ebenso wie Kartons, eine Klodeckel-Verpackung und unzählige Verschlüsse von Gläsern. Doch es geht offenbar noch schlimmer: „Das ist jetzt praktisch der aufgeräumte Sonntagszustand“, erzählt Christoph Brockhoff. Denn dort hätten auch schon ausrangierte Möbel und noch mehr Müll gestanden. An diesem Vormittag zeigen er und die Anwohnerinnen Katrin Schonauer und Sandra Hertler den Müll, der sie massiv stört.

Immer wieder haben sie sich vor Jahren an die Stadtverwaltung gewandt, doch nun seien sie frustriert. Hertler versteht nicht, dass Leute dort Müll abladen, weil es ja schließlich eine Entsorgungsstation im selben Stadtteil gibt. „Da zahlen sie dann aber acht bis zehn Euro pro Besuch“, sagt sie.

Die drei Anwohner möchten, dass an den Containern eine Überwachungskamera aufgestellt wird, um die Täter zu überführen. „Von der Stadtverwaltung hat man uns gesagt, dass das nur möglich ist, wenn eine Straftat geschehen ist. Müllabladen gilt aber nur als Ordnungswidrigkeit“, sagt Brockhoff.

Angst davor, die Personen anzusprechen

Schonauer hat nachts mal jemanden gesehen, der dort seinen Unrat los wurde. „Ich habe sie gegen drei Uhr nachts gesehen, als ich von einem Fest kam.“ Doch weil sie allein war, sprach sie die Personen nicht an. „Unser Eindruck ist, dass es ein stadtbekannter Müllabladeplatz ist.“

Doch es ist nicht nur das, was die Anwohner stört. Brockhoff deutet auf ein Beet neben dem Fußweg, der die Höfer Äcker und den Höfer Brühlweg verbindet. „Darunter leben Ratten.“ Sie hätten sich dort wegen des Mülls angesiedelt, ist er sich sicher, und lebten von Hausabfällen. Das Problem bestehe seit zwei Jahren. „Wenn Sie abends auf der Terrasse sitzen, läuft Ihnen auch mal eine Ratte unter den Füßen entlang. Das ist richtig eklig.“

Gerd Maier, der Ordnungsamtsleiter von L.-E., kennt die Beschwerden der Anwohner. „Die Firma, die die Container betreibt, reinigt dort wöchentlich. Außerdem kontrolliert unser Gemeindevollzugsdienst (GVD) regelmäßig. Wenn die was finden, räumt der Bauhof die Sachen weg“, sagt Maier. Vor Jahren habe es dort massive Müllprobleme gegeben, als dort auch Altkleidercontainer standen. „Wir haben die deshalb dort weggenommen.“ Die Beschwerden über die Ratten kennt Maier auch. Der GVD sei dem vor zwei Jahren auch nachgegangen. „Sie haben dort keine Ratten gesehen.“

Auch in Bernhausen und Steinenbronn liegt Müll herum

Auch in Bernhausen hat es Probleme mit abgeladenem Müll neben der Haltestelle Fröbel­straße gegeben. Fotos zeigen dort einen ausrangierten Koffer, Plastiktüten und sogar Kanister. Diese sind aber mittlerweile beseitigt worden.

Auch in Steinenbronn gibt es Probleme mit Müll am alten Sportplatz Goldäcker. Das bestätigt der Ordnungsamtsleiter Simon Römmich: „Es gibt da immer wieder ein Problem mit Müll durch die Leute, die sich dort aufhalten.“ Am Sonntagnachmittag liegen dort unter der Bank eine halbvolle Weinflasche, eine Verpackung und im Gras eine Plastiktüte. „Unser Bauhof räumt den Müll dann weg.“ Aber Römmich konnte einen Erfolg an anderer Stelle im Ort verbuchen: „Wir haben einen illegalen Müllentsorger anhand der weggeworfenen Dinge identifizieren können. Der wird jetzt bestraft.“

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