Die Obstbäume haben in diesem Jahr oft nur wenige Tage geblüht. Entsprechend gering ist die Honigmenge ausgefallen. Foto: dpa

Die Ausbeute der Imker auf den Fildern fällt in diesem Jahr sehr bescheiden aus. Teils liegt die Menge 80 Prozent unter der des Vorjahres. Was sind die Gründe?

Filder - Während Wespen derzeit oft in großer Zahl um süße Dinge schwirren und sich gerne auf Limonaden, Kuchen und andere Süßigkeiten stürzen, werden Bienen auf der Terrasse und im Garten inzwischen rar. „Das Bienenjahr ist vorbei“, erklärt Tobias Miltenberger von der Möhringer Imkerei Summtgart. Die Honigausbeute in diesem Jahr sei allerdings sehr gering gewesen. Gerade mal ein Viertel bis ein Drittel des Vorjahresertrags habe man erzielt. Die geringe Menge bringe die Imkerei nicht in Schwierigkeiten, erfreulich sei aber, dass „wir von Demeter-Imkerkollegen Solidaritätshonig erhalten haben“. Wichtig sei der Imkerei, die sich im Aufbau befindet, dass nicht das Maximale an Honig entnommen werde – „wir verfolgen da eher eine sanfte imkerliche Kultur“, sagt Miltenberger. Trotz der geringen Honigmenge, die die Bienen produziert hätten, habe man keine Notfütterung vornehmen müssen.

Kein Rückgang an Bienen zu erkennen

Imker Georg Sawerthal aus Waldenbuch hat ebenfalls ein „sehr schlechtes Jahr“ erlebt. Seine Bienen haben nur 20 bis 25 Prozent der sonstigen Honigmenge produziert. „Es war erst zu kalt und zu regnerisch, dann zu trocken“, sagt er. Und „das, was die Bienen eingetragen haben, haben sie selbst benötigt“. Einen Rückgang an Bienen sieht er nicht. „Die Bienen werden gut gehegt und gepflegt.“ Und er ergänzt: „Den Bienen geht es gut.“ Zumal es auch zunehmend mehr Jungimker gebe. Roland Auch aus Leinfelden-Echterdingen konnte ebenfalls nicht so viel Honig erwirtschaften wie erhofft. „Ich konnte nur einmal Honig schleudern“, resümiert er und erläutert mit dem Blick auf das schlechte Frühjahr, dass Völker möglicherweise verhungert wären, wenn man nicht zugefüttert oder ihnen die übrig geblieben Wintervorräte weggenommen hätte. Insgesamt seien seine 25 Völker aber unbeschadet durch den letzten Winter und auch den Sommer gekommen.

Zwischenfrüchte und Blühmischungen helfen

Richard Odemer von der Imkerei Filderhonig in Neuhausen hat wie viele seiner Kollegen ein insgesamt „eher bescheidenes Honigjahr“ erlebt. Die Ernte an den Stuttgarter Standorten der Imkerei sei eher unterdurchschnittlich gewesen, „im Umland konnten wir – diversen Zwischenfrüchten und Blühmischungen sei Dank – eine verhältnismäßig gute Ernte einbringen“. Nach Auskunft des Plieninger Imkers Tobias Pabel sind zumeist offenbar nur ausreichende Mengen Edelkastanienhonig von den Bienen eingetragen worden. „Selbst der normalerweise zuverlässige Rapshonig fiel aufgrund des Kälteeinbruchs entweder komplett oder sehr mager aus“, sagt der Bio-Imker, der derzeit selbst nur sechs Völker hat. Ein Problem sei auch gewesen, dass die Obstblüte vielerorts sehr kurz war – „teilweise nur ein Wochenende lang“.

Angst vor Bienen ist zumeist unbegründet

Dass viele Bürger Angst vor Bienen haben, erleben die Imker regelmäßig, „aber wir haben gemeinhin sehr sanftmütige Völker“, erklärt Tobias Pabel. Wie die Kollegen von Summtgart erläutert er bei Führungen regelmäßig, wie man sich Bienen gegenüber verhalten sollte. Gemeinhin legten diese kein aggressives Verhalten an den Tag. Richard Odemer hat wie sein Imkerkollege Roland Auch registriert, dass heute aber „oft nicht einmal zwischen den verschiedenen Insektenarten“, sprich: Biene und Wespe, unterschieden werden kann, wie Odemer sagt. Auch war in diesem Jahr gar mehrfach angerufen worden, mit dem Hinweis, sie hätten ein Bienenvolk im Garten und der Bitte, dieses zu entfernen. Wenn er dann im betroffenen Garten war stellte er fest: „Es waren immer Wespen.“ Allerdings seien nur die Deutsche und die Gemeine Wespe vor allem in den späten Sommermonaten lästig, weil sie Nahrung für ihre oft große Brut suchten. „Alle anderen Wespenarten, wozu auch die Hornissen gehören, können zwar in Gärten oder Menschennähe siedeln, von ihnen wird man aber kaum belästigt“, sagt Richard Odemer.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: