Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium setzt auf Wissenschaft pur, während es das Immanuel-Kant-Gymnasium mit 100 000 Bienen versucht. Foto: Michael Eick

Wissenschaft bis Mitternacht und ein Schulgarten mit Bienenvölkern – damit bewerben sich zwei Gymnasien auf den Fildern um Preisgeld. Top im Rennen liegt das Sielminger Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium.

Filder - Mit dem Projekt „Wissenschaft bis Mitternacht“ hat sich das Sielminger Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium bei der Stiftung Bildung und Soziales der Sparda-Bank um einen Preis beworben. Am 20. Juli präsentiert es von 18 bis 24 Uhr auf spannende Weise die so genanten Mint-Fächer Mathematik, Naturwissenschaften, Informatik und Technik. Bisher liegt die Bildungsanstalt auf dem 2. Platz unter 230 Schulen.

Naturwissenschaft geschieht in einem sozialen Umfeld. „Unser Grundkonzept ist es, Mint-Fächer auch aus den Perspektiven der Politik, der Soziologie und unter sprachlichen und historischen Aspekten zu beleuchten“, sagt der Lehrer Jonas Rau.

Auch Sport wird naturwissenschaftlich beleuchtet

Deshalb, sagt er, gebe es auch eine Podiumsdiskussion zu Mint-lastigen Themen wie Energiewende oder Mobilität. „Außerdem haben wir Mitmachexperimente für Schüler und Gäste, es wird auch einen Science-Slam geben und eine Kunstausstellung der Foto-AG“, sagt Jonas Rau. Letztere zeige Fotos von Experimenten, die für den Betrachter ästhetischen Reiz bieten. So sehe man, was passiere, wenn ein Tropfen ins Wasser falle. Auch der Sport werde naturwissenschaftlich beleuchtet. „Es geht dabei auch um Biomechanik, also um das, was im Körper passiert, wenn sich der Sportler bewegt“, sagt der Lehrer. Außerdem gehe man der Frage nach, ob sich der Körper optimieren lasse. Dabei würden auch ethische Aspekte beleuchtet.

Die Präsentation kostet natürlich viel Geld. „Wir rechnen mit rund 10 000 Euro“, sagt Jonas Rau. Gut, dass seine Schule jüngst 7000 Euro als Zuschuss vom Schulnetzwerk Mint-EC und der Stiftung des Haribo-Erben Hans Riegel erhalten hat. Ein vorderer Platz im laufenden Wettbewerb wäre für die Schule ein Volltreffer. „Der Wettbewerb läuft noch. Das Voting hat noch Potenzial nach oben.“

Sehr viel Potenzial nach oben hat das Leinfelder Immanuel-Kant-Gymnasium. Es liegt bisher mit 400 Votierungen auf Rang 75. „Wir haben im vergangenen Jahr einen Schulgarten angelegt, den wir mit einem Holzzaun, den Schüler mit einem Kunstprojekt verschönert haben, eingezäunt haben. Darauf streben wir verschiedene Projekte an“, sagt Martin Alber. Er unterrichtet nicht Biologie, wie man vermuten könnte, sondern Sport, Gemeinschaftskunde und Religion. Er ist aber ein leidenschaftlicher Gärtner und Hobbyimker. „Wir haben jetzt zwei Bienenvölker bekommen. Sie sind noch in Filderstadt, aber sie werden demnächst hergebracht.“ Mit den Bienen – im Juni summen pro Volk bis zu 50 000 in der Luft herum – wolle er mit den Schülern in einer Imker AG versuchen, die Völker zu pflegen.

Der Schulgarten ermöglicht lebensnahes Lernen

Der rund 35 Meter lange und zehn Meter breite Garten ist parzelliert. „Die fünften Klassen haben jeweils ein Beet bekommen, das sie mit ihren Lehrern bepflanzen und pflegen“, sagt Martin Alber. Dort könne man beispielsweise Kartoffeln pflanzen, zu denen es auch eine Unterrichtseinheit gebe. Eine Bienenweide zu pflanzen, wäre auch möglich, um dann den Nektarwert der blühenden Pflanzen zu ermitteln. „Damit ermöglichen wir an der Praxis orientiertes, lebensnahes Lernen“, sagt Martin Alber.

Mehr als 230 Schulen haben sich in diesem Jahr bereits für den Förderpreis beworben. „Es kam ein richtiges Füllhorn an Ideen und Projekten zustande“, sagt Andreas Küchle, der Pressesprecher der Sparda-Bank. Kooperationspartner sind dieses Mal der WWF Deutschland, die Kinderhilfsaktion „Herzenssache“ und die Naturtalentstiftung. 60 000 Menschen haben ihre Stimme bereits für die Projekte abgegeben. „Daran sieht man, wie viel die Aktionen den Schülern und der Schulgemeinschaft bedeuten“, sagt Küchle.

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