Gesperrt für ein Jahr: Wolfgang Niersbach Foto: dpa

Die FIFA-Ethikkommission hat den früheren DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach im Zuge der Affäre um die WM 2006 auf bestimmte Zeit von allen Fußballaktivitäten gesperrt.

Zürich - Die FIFA-Ethikkommission hat den früheren DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach im Zuge der Affäre um die WM 2006 für ein Jahr von allen Fußballaktivitäten auf nationaler und internationaler Ebene gesperrt. Der Bann gelte mit sofortiger Wirkung, teilte die Kommission am Montag in Zürich mit. Niersbach sitzt derzeit im neuen Council des Weltverbandes FIFA sowie im Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union UEFA. Als DFB-Chef war er bereits im November vergangenen Jahres zurückgetreten.

„Dieser Entscheid trifft mich hart“, teilte Niersbach mit. „Die nun verhängte Sanktion halte ich für unangemessen und überzogen. Ich lasse mich anwaltlich beraten, ob ich gegen diesen Entscheid Rechtsmittel einlegen werde.“ Er erklärte, bei einer mündlichen Verhandlung in Zürich einen Fehler eingeräumt zu haben. Er habe seinerzeit zu spät über kritische Zahlungsflüsse zwischen dem deutschen WM-Organisationskomitee und der FIFA im Vorfeld des Sommermärchens informiert, schrieb Niersbach.

Die FIFA-Ethikkommission folgte Niersbachs Argumentation nicht. Die Sperre sei ausgesprochen worden, weil der 65-Jährige es versäumt habe, Erkenntnisse über mögliches Fehlverhalten bei der WM-Vergabe einschließlich möglicher Verstöße gegen den FIFA-Ethikcode „in einer angemessenen Weise“ zu melden. Niersbach war bei der WM 2006 Vizechef des Organisationskomitees.

Die bisherigen Ermittlungen beziehen sich der FIFA zufolge noch nicht auf aufgekommene Korruptionsvorwürfe bei der WM-Vergabe selbst.

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