Gibt es sadistische Prüfer? Foto: dpa/Swen Pförtner

Lockt ein Führerschein-Prüfer eine Frau absichtlich in die Falle? Johannes M. Fischer nominiert ihn im Kreis Esslingen zum Fiesling der Woche. Wen noch?

Kreis Esslingen - Möglicherweise wurde in dieser Woche der fieseste Fahrprüfer aller Zeiten gefunden: In Hochdorf ließ er eine Schülerin in eine Einbahnstraße fahren, an deren Ende sie links abbiegen sollte. Vorschriftsmäßig ordnete sie sich links ein, wie das auf einer Einbahnstraße üblich ist. Durchgefallen! Eine Einbahnstraße sei an dieser Stelle keine Einbahnstraße mehr. Sie habe ein Schild übersehen. Im Nachgang kam heraus, dass es so ein Schild gar nicht gibt, der Prüfer sich irrte. Dazu der Kommentar eines Fahrschulinhabers: „Die Stelle ist definitiv eine Falle gewesen.“ Mit Betonung auf „Stelle“: Dass der Prüfer den Fahrschüler habe absichtlich durchfallen lassen, könne er sich nicht vorstellen. „Ich kenne ihn, das passt menschlich nicht zu ihm.“ Fies oder nur fehlerhaft? Die Frage lässt sich kaum aufklären. Es kommt auf den Standpunkt des Betrachters an.

Zoff wegen der Kiesstraße

Eine andere Straße machte in der Woche schon zum wiederholten Male auf sich aufmerksam. Es geht um die Kiesstraße in Esslingen. Im Herbst steht die Entscheidung an, ob sie eine Umweltspur bekommen soll und damit möglicherweise Fahrräder und Busse entlastet, den Autostau auf dem Altstadtring aber vergrößert. Der Streit schwelt und schwelt und kocht immer mal wieder hoch. Dazu beigetragen hat die Informationspolitik des Rathauses: Die Gemeinderäte erfuhren davon im Juli eher en passant. Aus Schusseligkeit? Aus taktischen Gründen, weil es ein ziemlich heißes Eisen ist? Die Frage ist offen, deshalb kann in diesem Fall der Kies-Fiesling (noch) nicht eindeutig bestimmt werden.

Es riecht!

Der nächste Wochen-Fiesling kommt wieder aus Hochdorf – ein schwieriges Pflaster in diesen Tagen. Er ist klein, braun und stinkt. „Hundekot sorgt für dicke Luft“ überschrieb die Eßlinger Zeitung den Beitrag über verärgerte Bürger, die vermehrt auf diese Hinterlassenschaften stoßen. Was sie besonders ärgert: Verbotsschilder nutzen nichts, der Hinweis auf die Polizeiverordnung auch nicht. Könnten Hunde lesen, würden sie vermutlich Rücksicht nehmen. Aber dummerweise ziehen sie ja immer noch einen an der Leine, der weder lesen kann noch Rücksicht nehmen will.

Zu den Fieslingen der Woche gehört schließlich – zum wievielten Mal eigentlich!? – der Klimawandel. „Der Wald steht still und leidet“ titelte die Eßlinger Zeitung. Ein Spaziergang durch den Gemeindewald Aichwald offenbarte: Es geht alles viel zu schnell, als dass sich die Bäume noch anpassen könnten. Sie leben in einer anderen Zeit.

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