Der deutsche Torhüter Simon Wellenreuther (vorne) genießt das volle Vertrauen von Rotterdams Trainer Robin van Persie. Foto: IMAGO/Pro Shots

Timon Wellenreuther ist in Karlsruhe geboren – und ist Stammtorwart bei Feyenoord Rotterdam. Mit den Niederländern will er sich in der Partie beim VfB nicht verstecken.

Sein Vater ist in von September 2010 an für ein Jahrzehnt der Präsident des Karlsruher SC gewesen. Es waren turbulenten Zeiten, in denen Wellenreuther Senior, der später auch für die CDU im Bundestag saß, den KSC angeführt hat. Der Sohnemann Timon spielte in dieser Zeit für drei Saisons in der Jugend der Badener, ehe er sein Glück über eine Station beim FC Schalke 04 mit acht Bundesligaspielen bereits 2017 in den Niederlanden fand.

 

Inzwischen ist Timon Wellenreuther eine feste Größe im Kasten von Feyenoord Rotterdam. Für den aktuellen Tabellenführer der niederländischen Eredivisie hat der Torhüter in dieser Runde noch keine Spielminute verpasst. Dementsprechend heiß ist der Goalie auf das Duell mit dem VfB Stuttgart an diesem Donnerstagabend (21 Uhr/RTL) in der Europa League.

„Ich weiß natürlich um die Rivalität zwischen dem KSC und dem VfB“, sagt der 29-Jährige, schiebt das Thema auf dem Pressepodium der MHP-Arena am Mittwochabend aber schnell beiseite. Schließlich hat der Torwart mit seinen Teamkollegen von Feyenoord am Mittag noch auf dem heimischen Gelände in Rotterdam trainiert; dann ist man in den Flieger gestiegen, um in Stuttgart am vierten Spieltag der Euroleague möglichst den zweiten Sieg einzufahren.

„Wir sind nicht hierher gekommen, um einfach mitzuspielen“, sagt Timon Wellenreuther: „Wir wollen gewinnen.“ Obwohl auch dem Deutschen im Dress des niederländischen Vorzeigeclubs klar ist, dass dies keine leichte Aufgabe wird, die man im Vorbeigehen löst. Das weiß auch sein Trainer Robin von Persie: „Der VfB hat eine starke Mannschaft, sie spielen variabel und dynamisch, verteidigen gut – und beherrschen das schnelle Umschaltspiel“, sagt van Persie, der in seiner aktiven Zeit als Stürmer bei Feyenoord mit weiteren Karrierestationen beim FC Arsenal, bei Manchester United und Fenerbahce Istanbul eine internationale Größe gewesen ist.

Da muss sein Team erst einmal hinkommen. Nach zwei Niederlagen gegen Sporting Braga (0:1) und Aston Villa (0:2) sowie einem Erfolg über Panathinaikos Athen (3:1) hat man wie die Stuttgarter erst drei Punkte auf der Habenseite, steht als 25. der aktuellen Tabelle der Ligaphase ebenfalls unterm Strich – und wäre wie das Team von Trainer Sebastain Hoeneß nach aktuellen Stand der Dinge ausgeschieden.

Doch noch stehen ja fünf Spiele aus. „Als Torhüter lebst du von der Erfahrung, und die habe ich über die Jahre stetig gesammelt“, sagt Torwart Timon Wellenreuther: „Ich spiele in Rotterdam mit Jungs auf hohem Niveau zusammen. Das überträgt sich auch auf meine Leistung.“

Obwohl den Niederländern neun angeschlagene Spieler nicht zur Verfügung stehen, darunter der Kapitän Sem Steijn wie weitere Stammkräfte, etwa der Abwehrspieler Jordan Bos oder der marokkanische Mittelfeldmotor Oussama Targhalline, bleibt nicht nur Wellenreuther selbstbewusst. „Es ist in unserer DNA, Spiele gewinnen zu wollen“, sagt Trainer van Persie: „Es ist für uns kein Spiel, das wir zwingend gewinnen müssen. Aber wollen tun wir es schon.“