Neuer Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Wangen: Marcel Pfost Foto: Mathias Kuhn

Marcel Pfost wurde zum neuen Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Wangen gewählt. Der 58-Jährige gehört seit 40 Jahren den Wangener Lebensrettern an.

Wangen - Marcel Pfost hatte am Dienstag ein Jubiläum: Seit 40 Jahren gehört er der Freiwilligen Feuerwehr Wangen an. „Es gab damals noch keine Jugendfeuerwehr, so dass ich erst mit dem Erreichen des 18. Lebensjahres offiziell in die Freiwillige Feuerwehr aufgenommen werden konnte“, sagt der Ur-Wangener. Seitdem ist er Feuer und Flamme für die Lebensretter und hatte während seiner Ausbildungszeit in der Schreinerei Zürn auch einen Arbeitgeber, der dieses Engagement unterstützte. Wolfgang Zürn, sein damaliger Chef im Betrieb, war auch zwei Jahrzehnte lang bei den Einsätzen dabei – als Kommandant. Pfost war 20 Jahre lang Zürns Stellvertreter, „legte die vergangenen zehn Jahre eine Kommandantur-Pause ein“, stellte sich vergangenen Dezember doch zur Neuwahl und löst den bisherigen Kommandanten Rolf Schlimm ab.

 

Mitgliederstärkste Wehr Stuttgarts

Nach vier Jahrzehnten Feuerwehrdienst weiß der Leiter der Messe- und Eventabteilung eines großen Unternehmens, welche Verantwortung er in der heutigen Zeit übernimmt. Die Wangener Feuerwehr ist dank des Musikzugs mit seinen 90 Musikerinnen und Musikern die mitgliederstärkste Abteilung in Stuttgart. 40 Männer und Frauen gehören dem Löschzug, 20 der Alterswehr und 10 dem Jugendlöschzug an. Ihr Einsatzgebiet reicht von der Ortsgrenze zu Hedelfingen bis weit in den Stuttgarter Osten hinein.

„Unsere Aufgaben sind vielfältig. Unser Einsatzgebiet umfasst Wohn- und Industrie-Areale, den Hafen, Teile der Bundesstraße 10, den Großmarkt, den Gaskessel, Stadtbahnunfälle und Vorkommnisse auf der Wangener Höhe“, zählt Pfost die Bandbreite auf. Erst vor Kurzem rückten er und sein Team beispielsweise zu einem Brandmeldealarm im Karl-Olga-Krankenhaus aus. Im vergangenen Jahr brachten es die Wangener Lebensretter auf 76 Einsätze. Durchschnittlich also an jedem fünften Tag ein Alarm.

Corona erschwert die Arbeit

Nicht die Häufung der Alarmsituationen macht die Feuerwehrarbeit schwierig. „Wegen Corona können wir nur eingeschränkt üben und unsere Kameradschaft kaum pflegen“, so Pfost. Zu den wenigen Übungszwecken müssen sich die Wangener Brandbekämpfer in immer dieselben beiden Gruppen aufteilen, „bei Lehrgängen haben wir einen langen Rückstau. Und Ehrungen finden seit einiger Zeit nicht mehr statt“, bedauert Pfost. Dabei sei das Miteinander das A und O der Kameradschaft. Als Kommandant will er die Kontakte zu Wangens Vereinen, Einrichtungen und politischen Gremien intensivieren. Noch wisse niemand, ob die traditionellen Feste gefeiert werden und der Musikzug seine beliebten Konzerte geben darf. „Aber wir übernehmen sicherlich gerne wieder unsere traditionelle Rolle bei den Veranstaltungen und werden uns sicherlich auch bei der Umgestaltung des Keltervorplatzes einbringen.“ Mit Sebastian Klotz als ersten und Jan Dalferth als zweiten Stellvertreter hat Pfost ein erfahrenes Duo an seiner Seite.