Nach emotionalen Diskussionen ist überraschend Tempo in das Projekt gekommen: Der Neubau der Feuerwache wird auf 7,5 Millionen Euro abgespeckt. Alle ziehen an einem Strang.
Dass Leonbergs Gemeinderäte und Rathauschef Martin Georg Cohn (SPD) einmal spürbar an einem Strang ziehen, war in den vergangenen Jahren eher die Ausnahme. Umso bemerkenswerter war nun der Ton im jüngsten Planungsausschuss: Beim Thema Neubau der Feuerwache im Leonberger Teilort Warmbronn gratulierten sich Verwaltung und Kommunalpolitiker gegenseitig – so schnell und einvernehmlich sei man selten zu einer gemeinsamen Linie gekommen, war man sich einig.
Ein kurzer Blick zurück: In der Gemeinderatssitzung im Oktober hatten die Räte das ursprünglich mit 8,6 Millionen Euro veranschlagte Projekt nach teils emotionaler Debatte vorerst als zu kostspielig verworfen. Man müsse die Planung noch einmal grundsätzlich überdenken und vor allem die Ausgaben deutlich reduzieren, lautete damals der Tenor. Brauche die Feuerwehr tatsächlich einen Aufzug, einen Fitnessraum oder einen 130 Quadratmeter großen Versammlungsraum? Die Entscheidung über das weitere Vorgehen wurde schließlich auf unbestimmte Zeit vertagt.
Cohn über Feuerwache in Warmbronn: „Wollte ich noch unter Dach und Fach bringen“
Üblicherweise vergeht einige Zeit, bevor ein Thema nach einer „Ehrenrunde“ erneut auf der Tagesordnung landet. Doch diesmal ging es schneller. „Das wollte ich in meiner Amtszeit noch unter Dach und Fach bringen“, erklärte Oberbürgermeister Martin Georg Cohn, der an diesem Freitag, 21. November, um 19 Uhr in der Stadthalle offiziell verabschiedet wird, die Dringlichkeit der Angelegenheit.
Als eine Art Abschiedsgeschenk plant die Leonberger Feuerwehr, dem scheidenden Rathauschef – der sich während seiner Amtszeit besonders für die Belange der Wehr eingesetzt hat – die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen. Manch einer mag darin eine pikante Note erkennen.
Der Rotstift wurde beim Feuerwehr-Neubau in Warmbronn angesetzt
Doch letztendlich waren alle froh, dass nach einer emotional geführten Debatte im Oktober nun ein Ergebnis da ist. Das zuständige Architektenbüro setzte in enger Absprache mit der Verwaltung und der Feuerwehr noch einmal den Rotstift an. Die überarbeitete Kostenberechnung ergibt nun Gesamtausgaben von knapp 7,5 Millionen Euro. Sie bleibt damit minimal unter dem vom Gemeinderat gesetzten Limit. In dieser Summe sind bereits fünf Prozent Vorsorge für eventuelle Preissteigerungen oder Unvorhergesehenes enthalten. Damit bleibe die Stadt handlungsfähig, falls sich während der Bauphase erneut Kosten ändern sollten.
Um die Baukosten für die neue Warmbronner Feuerwache zu senken, haben die Planer zahlreiche Details überarbeitet. So fällt beispielsweise eine ursprünglich vorgesehene mobile Trennwand weg, und auch die geplanten Wände aus Brettsperrholz wurden einfacher ausgeführt. Die Holzverschalung des Gebäudes wird in einer optimierten Variante umgesetzt, die weiterhin gut zum Standort am Ortsrand passt. Auch bei den Fenstern wurde gespart: Innenfenster mit einem besonderen Brandschutzstandard entfallen, und überall dort, wo es möglich ist, werden künftig Kunststofffenster statt teurer Holz-Alu-Modelle eingebaut. Die Innentüren wurden ebenfalls in einer günstigeren Ausführung geplant.
Einige Details wurden bei der Feuerwache für Warmbronn überarbeitet
Ein weiteres Einsparpotenzial ergab sich bei einem der Schnelllauftore: An der Stirnseite der Fahrzeughalle, wo sich ein Teil des Katastrophenschutzlagers befindet, wird darauf verzichtet. Das Tor an der Seite der Halle bleibt jedoch bestehen, und eine Nachrüstung wäre später möglich. Da der geplante Aufzug gestrichen wurde, entfällt gleichzeitig auch das behindertengerechte WC, was weitere Kosten reduziert. Im Schulungsraum kann zusätzlich gespart werden – hier wird keine Raumlüftung eingebaut, und die Zahl der Bodentanks wird deutlich reduziert. Schließlich wurde das Gebäude insgesamt etwas verkleinert, ohne dass sich das Raumprogramm selbst ändert. Auch diese kompaktere Bauweise trägt spürbar zur Kostensenkung bei.
„Das ging doch jetzt schnell und ist klasse. Ich hoffe, die Feuerwehr ist genauso zufrieden wie wir“, kommentierte Stephan Schwarz (Freie Wähler) die geänderten Pläne. Er hatte den Antrag gestellt, auf die Kostenbremse zu treten. Harald Hackert (Salz fügte hinzu: „Tolle Sache, dass sich das Projekt nicht noch mehr verzögert.“ Auch Feuerwehrkommandant Wolfgang Zimmermann kann mit den Änderungen gut leben und ist froh, dass eine Entscheidung getroffen wurde. „Wir sind mit den Sparmaßnahmen mitgegangen.“