Ein „Verletzter“ wird gerettet – bei der jüngsten Übung hat die Feuerwehr gezeigt, wie das gemacht wird. Foto: factum/Archiv

Für die Feuerwehr entsteht nach 40 Jahren ein Neubau. Anfang Oktober wird an der Konrad-Haller-Straße begonnen.

Hemmingen - Lange genug hat es gedauert: Schon im Jahr 2008 ist in Hemmingen darüber gesprochen worden, dass die Feuerwehr eine neue Unterkunft braucht. Damals habe die Gemeinde das Grundstück für die Holzheizzentrale verkauft – und dabei sei überlegt worden, ob sich das übrig bleibende Nachbargrundstück für ein neues Feuerwehrmagazin eigne. Daran erinnert der heutige Bürgermeister, der damals noch im Asperger Rathaus arbeitete. Nun steht der Baustart für das neue Magazin genau an dieser Stelle bevor. Am 9. Oktober wolle die beauftragte Firma mit der Baustelleneinrichtung und dem Erdaushub beginnen, berichtet Thomas Schäfer.

Kostensteigerung eingeräumt

Viele Jahrzehnte lang musste der Hemminger Wehr ihre 1974 eingeweihte und als Provisorium gedachte Unterkunft an der Seestraße, im Untergeschoss des Kindergartens, genügen. Das war nicht immer einfach. An den Wänden der Fahrzeughalle standen die Spinde, Umkleide- oder Sanitärräume fehlten ganz oder waren klein, es gab keinen Raum, in dem sich die ganze Wehr einigermaßen angemessen treffen konnte und alle einen Sitzplatz fanden. All das soll im neuen Haus anders werden.

Doch bis dies konzipiert war, gab es viele Konferenzen und Sitzungen. Und der Standort war längst nicht von vorneherein gesetzt. Erst nachdem die Fahrzeiten innerhalb der Gemeinde untersucht waren, war klar, dass die gesetzlich geforderte Hilfsfrist auch vom Gewerbegebiet aus eingehalten werden kann. Und erst vor wenigen Wochen murrte der Gemeinderat vernehmlich, weil die Verwaltung eine deutliche Kostenerhöhung einräumenmusste.

Jüngst wurden beim Tag der offenen Tür an der Seestraße dann die Pläne ausgestellt. An diesem Wochenende zeigte die Wehr auch, wie sie bei einem klassischen Wohnhausbrand vorgeht. Als dafür die Drehleiter vorfuhr, ein Fahrzeug von 1987, war von „unserem Oldtimer“ die Rede. Dieser sollte schon länger ersetzt werden – als aber der Neubau in der Konrad-Haller-Straße immer konkreter wurde, verschob man die Beschaffung. Denn von der Oberkante des neuen Fahrzeugs bis zur Hallendecke sei nur gut eine Daumenbreite Luft, schilderte der Kommandant Marco Spera.

Inneneinrichtung noch zu planen

Im Zusammenhang mit dem Neubau, der im Herbst 2018 fertig sein soll, hat die Feuerwehr noch genug zu tun. Zusammen mit der Verwaltung muss die Inneneinrichtung des Neubaus überlegt werden. Dafür gibt es einen Etat von 120 000 Euro. Der Bürgermeister schlägt vor, dieselben Stühle und Tische zu nehmen wie im Bürgertreff und der Gemeinschaftshalle.

Aber auch über einen angepeilten neuen Ausrüstungsgegenstand soll noch gesprochen werden: ein großes Notstromaggregat auf einem Anhänger. Damit könne man bei Stromausfall sowohl das Feuerwehrhaus selbst wie auch andere Einrichtungen in der Gemeinde mit Strom versorgen, wie das Rathaus oder die Gemeinschaftshalle, bis hin zu Wohnhäusern. Zuvor müsse aber noch geklärt werden, meint Schäfer, welche Zuschüsse es für das etwa 70 000 Euro kostende Aggregat gebe. Die sechste Fahrzeugbox im neuen Feuerwehrhaus, ursprünglich als Reserve gedacht, wäre damit schon zur Hälfte belegt.

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