Bei 307 Einsätzen war die Fellbacher Wehr im Jahr 2025 gefordert. Im ersten Quartal 2026 waren es bereits 89. Foto: Feuerwehr Fellbach

Oberbürgermeisterin Gabriele Zull kündigt an, dass die konkreten Pläne für den Neubau samt Zeitplan in den kommenden Wochen im Fellbacher Gemeinderat vorgestellt werden.

Angesichts der Ebbe in der Kasse hat die Stadt Fellbach (Rems-Murr-Kreis) im Zuge der Haushaltskonsolidierung diverse Sparpakete aufgelegt. Vor allem Großprojekte wurden auf die lange Bank geschoben. So die Neue Mitte und speziell die Überdachung des Kirchplatzes, zudem die geplante neue Sporthalle und auch die anvisierte Feuerwache auf einer Wiese ganz im Osten der Kernstadt.

 

Doch speziell bei diesem 25-Millionen-Euro-Projekt gibt es offenkundig Licht am Ende des Tunnels. Bei der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Fellbach in der Turn- und Festhalle Oeffingen äußerte der Gesamtkommandant Christian Köder einmal mehr den Wunsch, dass der Neubau des Feuerwehrhauses als Ersatz fürs bestehende Gebäude in der Innenstadt nicht in Vergessenheit geraten dürfe, sondern in den kommenden Jahren realisiert werden sollte.

Mängel bei den Umkleidekabinen im derzeitigen Domizil

In ihrer Reaktion offenbarte die Oberbürgermeisterin Gabriele Zull durchaus einen Hoffnungsschimmer: „Es zeichnet sich eine Lösung ab“, erklärte sie. Bereits in den kommenden Wochen wird das Bauvorhaben demnach im Gemeinderat und bei der Feuerwehr vorgestellt werden; dann will die Stadt auch die Zeitplanung konkreter eingrenzen.

Parallel zu den Planungen für den Neubau finden im Übrigen derzeit Abstimmungen zwischen dem städtischen Hochbauamt und der Abteilung Fellbach zu den vorgesehenen baulichen Verbesserungen am bestehenden Standort in der Wiesenstraße statt. Die dortigen Mängel bei den Umkleidekabinen sowie in der Luftabsaugung sollen ab Sommer beseitigt werden. Geplant ist nach Angaben der Stadt, die Sanierung in der zweiten Jahreshälfte zu beenden.

Köder zog ansonsten eine positive Bilanz. Die drei Abteilungen in der Kernstadt Fellbach sowie Schmiden und Oeffingen seien technisch gut aufgestellt und erfreuten sich durchaus großer Beliebtheit. Mit 237 aktiven Mitgliedern bleibe die Zahl konstant beziehungsweise „ist wiederum leicht angewachsen“.

Nach Köders Angaben ebenfalls erfreulich: Die regelmäßigen Fahrzeugbeschaffungen liefen trotz angespannter Haushaltslage weiter, neue Einsatzbekleidung werde 2026/27 ausgegeben, auf Digitalfunk soll ebenfalls 2026 umgestellt werden, und der Etat der Feuerwehr sei nicht gekürzt worden.

Die Anforderungen an die Feuerwehr wachsen – sowohl im technischen als auch im organisatorischen Bereich. Allein im vergangenen Jahr rückten die Feuerwehrleute zu 307 Einsätzen aus. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres summierte sich die Zahl der Einsätze bereits auf 89. „Eine, wie ich finde, beeindruckende Leistung für eine Freiwillige Feuerwehr“, so Köder in seinem Resümee.

Weniger erfreulich: Rein formal sind eine Reihe von Fehlalarmierungen durch Brandmeldeanlagen (89) zu verzeichnen. Aber für jede Alarmierung müssen die Feuerwehrangehörigen ausrücken, da immer ein Ernstfall vorliegen könnte.

Der Brand in der Biogasanlage in Fellbach-Schmiden vom vergangenen Sommer war einer „der größten Einsätze in Fellbach, was die Anzahl an Rettungskräften angeht“, erklärte Köder in seinem Rückblick auf 2025. Bei dem Großeinsatz habe sich das gute Zusammenspiel der Rettungskräfte gezeigt. Die Abteilungen Schmiden und Fellbach waren am darauffolgenden Tag durch einen erneuten Großeinsatz gefordert.

Feuerwehr ist auch beim Katastrophenschutz gefordert

Neben drei Einsätzen bei Kollisionen mit der Stadtbahn auf Fellbacher Markung nahm auch der Einsatz nach sogenannten E-Calls von Fahrzeugen – also der selbstständige Notruf über die Fahrzeugtechnik – zu.

Im Bereich Krisen- und Katastrophenschutz steigen ebenfalls die Anforderungen an die Feuerwehr und ihr Mitwirken beim Bevölkerungsschutz. „Viele Herausforderungen, die wir vor dem Systemwandel 1989 diskutiert haben, kehren wieder“, mahnte auch die Oberbürgermeisterin.