Feuerseefest in S-West Die Probezeit ist beendet

Von Kathrin Thimme 

Die Slackline ist ein fester Bestandteil des Fests – wie auch die Hosenboje. Foto: Rüdiger Ott
Die Slackline ist ein fester Bestandteil des Fests – wie auch die Hosenboje. Foto: Rüdiger Ott

Die Veranstalter des Feuerseefests wollen den Start nächstes Jahr auf den Donnerstag vorverlegen. Durch das Einbeziehen des Donnerstags könne man mehr junges Publikum anziehen.

S-West - Johannes Zeller, Michael Drauz von der Rosenau und Annette Loers vom Merlin sind sichtlich zufrieden. Das dritte Feuerseefest Anfang September war ein voller Erfolg, sagen sie. „Die Leute sind dieses Jahr gekommen trotz des schlechten Wetters“, sagt Zeller. „Daran sieht man, dass das Fest angenommen wird.“ Die drei Organisatoren haben jüngst im Bezirksbeirat ein Resümee über drei Jahre Feuerseefest gezogen. Denn vor der Premiere im Jahr 2011 hatten sie gesagt, man wolle drei Feste abzuwarten, um zu sehen, wie es ankommt. „Und das Feuerseefest ist angekommen – von Anfang an“, sagt Zeller.

Der Donnerstag soll mit einbezogen werden

Dass es deshalb auch im nächsten Jahr stattfinden wird, steht außer Frage. „Wir möchten dann den Donnerstag noch dazu nehmen“, sagt Zeller. Der Grund dafür sei, dass sich der Sonntagabend nicht bewährt habe. „Der Sonntag ist der Familientag, aber am Abend gehen die Leute heim und schauen Tatort“, sagt Zeller. Mit dem Donnerstagabend könne man wiederum mehr junges Publikum anziehen.

Bereits in diesem Jahr hat es einige Neuerungen gegeben, welche laut der Veranstalter beibehalten werden sollen. Da wären zum einen die Stände der Dekumo Cabana. „Auch sie sprechen noch mal ein anderes Publikum an“, sagt Zeller. Außerdem könnten über die Dekumo auch die kleine Kunstgewerke aus dem Westen besser einbezogen werden. Sonntags würden die Vereine und Institutionen wieder die Stände der Dekumo-Aussteller übernehmen. „Für Vereine ist das gut, denn viele haben nicht die Möglichkeit, sich drei Tage zu präsentieren“, sagt Zeller.

Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr wieder mit dabei sind“

Nicht zuletzt der Einstieg des Kulturzentrums Merlin ist eine Neuheit, die Zukunft haben soll. So sind nicht nur die beide Kultur-Institutionen des Westens auf einem Fest vereint, auch für die Kinder gibt es nun mehr Programm. Das Merlin übernimmt das Bühnenprogramm für die Kleinen. „Ein Highlight waren bestimmt die Kinder, die den Feuersee-Song geschrieben haben“, sagt Loers. „Die Kinder sind so stolz, wenn sie etwas präsentieren können, und die Eltern sind noch viel stolzer“, sagt sie. So sollen neben der Wah Wah Musikschule West noch mehr Tanz-, Musik- oder Ballettschulen einbezogen werden.

Die Rosenau wiederum hat von Anfang an das Bühnenprogramm am Abend gestaltet. „Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr wieder mit dabei sind“, sagt Drauz. Der Rosenau geht es seit Jahren finanziell schlecht und ihr weiteres Bestehen ist von den anstehenden Haushaltsberatungen abhängig.

3800 Euro Unterstützung vom Bezirksbeirat

Das Kulturangebot auf dem Feuerseefest ist kostenlos. „Es gibt so viel Publikumsdurchlauf, anders würde es gar nicht gehen“, sagt Zeller. Er schätzt, dass zwischen 15 000 und 17 000 Menschen das Fest dieses Jahr an einem der drei Tage besucht haben . Der Bezirksbeirat unterstützt das kulturelle Bühnenprogramm mit 3800 Euro. Davon werden vor allem die Gagen der Künstler bezahlt, die geringer ausfallen als bei anderen Auftritten. Personal und Technik stellen die Veranstalter aus ihren Häusern, die Gastronomen schaffen ihren eigenen Umsatz. Das Merlin hat dieses Jahr ohne Zuschuss teilgenommen, da es dafür zu spät eingestiegen war. „Wir haben das reguläre Kinderprogramm aus dem Merlin an den Feuersee verlagert“, sagt Loers. Auf die Einnahmen mussten sie somit verzichten. Das müsse im nächsten Jahr anders werden.

Was sich aus Sicht der Veranstalter ebenfalls bewährt hat, war die Ausnahmegenehmigung, bis 23 Uhr Musik spielen und bis Mitternacht ausschenken zu dürfen. „Das werden wir nächstes Jahr wieder beantragen“, sagt Zeller. Von der Polizei seien ihm auch keine Beschwerden zugetragen worden. „Eine Stadt wie Stuttgart verkraftet das, am Wochenende auch mal bis 23 Uhr Musik zu haben“, sagt Zeller.

Redaktion Stuttgart-West

Ansprechpartnerin
Kathrin Wesely
s-west@stz.zgs.de

Lesen Sie jetzt