Der Apotheker Christoph Gulde berichtet aus seinem Berufsalltag gibt Schülern Einblicke in das Studium der Pharmazie. Foto: Marta Popowska Foto:  

Bei der Berufsbilderbörse am Neuen Gymnasium in StuttgartFeuerbach erhalten Schüler Einblicke in zahlreiche Berufe. Das Konzept der Börse unterscheidet sich dabei von vielen anderen Berufsinformationstagen.

Feuerbach - Ein Schüler möchte wissen, wie schwer denn das Studium sei. „Also ich habe es geschafft und ich war kein guter Schüler“, antwortet Christoph Gulde. Der Pharmazeut lockert damit die Stimmung im Klassenzimmer auf, denn wer heute Pharmazie studieren möchte, braucht schon eine glatte Eins im Abiturzeugnis. Diese Information hat bei dem einen oder anderen sichtlich für Überraschung gesorgt. Das Interesse der Schülerinnen und Schüler war dennoch groß, schließlich erzählen bei der alljährlichen Berufsbilderbörse am Neuen Gymnasium in Feuerbach immer Profis aus ihrem Berufsalltag.

„So eine rappelvolle Klasse habe ich noch nie gehabt“, sagt Christoph Gulde. Der selbstständige Apotheker aus Stuttgart ist bereits zum fünften Mal dabei und berichtet als einer von 25 Referenten aus seinem Berufsalltag sowie über Studieninhalte und den Ablauf. „Ich kann ihnen eines sagen: Als Apotheker sind sie gesucht“, sagt er, betont aber gleichzeitig, dass es „ein Fach mit hohen Anforderungen“ sei. Doch wer es bis zum Abschluss schafft, dem stehe nicht nur frei, eine Apotheke zu besitzen, sondern auch ein Job in der Industrie oder der Forschung, wo man deutlich mehr verdienen könne. „Da wird aber mehr erwartet und man muss damit rechnen, um die 50 aussortiert zu werden“, gibt er zu bedenken.

Mit ihrem Konzept unterscheidet sich die Börse des Neue Gymnasiums von vielen anderen Berufsinformationstagen. Anstatt in der Aula oder der Schulsporthalle zahlreiche Stände aufzustellen, erhält jede Referentin und jeder Referent ein Klassenzimmer. So können die Experten ungestört sprechen und die Schüler anschließend Fragen stellen. „Die Berufsbilderbörse ist kontinuierlich gewachsen“, sagt Marcel Armbrust, Abteilungsleiter im Schulleitungsteam. Am vergangenen Freitag fand sie bereits zum 19. Mal statt. „Viele Jahre lang waren nur etwa 50 Kinder da und zwölf Referenten“, sagt er. Mittlerweile seien es 350 Schülerinnen und Schüler des Neuen Gymnasiums sowie einige aus anderen Schulen wie etwa dem benachbarten Leibniz-Gymnasium.

Und die hatten am vergangenen Freitagnachmittag die Qual der Wahl. Denn von der Richterin über die Schauspielerin bis zum Architekten sowie Polizisten war der Querschnitt groß. Die Referenten kamen von Unternehmen wie der Robert Bosch GmbH, Siemens, der Commerzbank oder dem Thieme Verlag.

„Das Ganze hat auch etwas von einem Familienfest“, sagt der Studienbeauftragte für Berufsorientierung, Alexander Mak. Denn viele Referenten seien ehemalige Schüler oder hätten Kinder am Neuen Gymnasium. „Es sind aber auch Kooperationspartner der Schule da, wie die Stadt Stuttgart, die 40 Ausbildungen und Studiengänge vorstellt“, sagt Mak.

Laut Marcel Armbrust ist das Interesse an klassischen Studiengängen wie Medizin oder Jura stabil. „Zunehmend interessant wird auch der Polizeidienst“, sagt er. Das Feedback zu den Referenten hole man sich jedes Jahr von den Schülern, die man Evaluations-Bögen ausfüllen lasse.

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