Die Borsigstraße soll Schritt für Schritt zur B 295 ausgebaut werden. Auch die Kanalisation wird Foto: Georg Friedel

Reinhold Winckler vom Tiefbauamt stellt im Bezirksbeirat wichtige Straßenbauarbeiten im Stadtbezirk vor.

Feuerbach - Straßen, Gehwege, Treppen, Schächte und Kanäle in Schuss zu halten, ist für die Mitarbeiter der städtischen Baubetriebsstellen kein einfaches Geschäft. Das eigentliche Ziel wäre, vorausschauend tätig zu sein, damit aus kleinen Schäden keine größeren werden. Doch dafür reicht das vom Gemeinderat bewilligte Budget schon lange nicht mehr aus: Rund 400 000 Euro hat die Stadt im vergangenen Jahr ausgegeben, um die Straßen in Feuerbach zu erhalten. Von den geplanten sieben Maßnahmen wurden sechs ausgeführt: „Lediglich die Arbeiten an der Siemensstraße haben wir in dieses Jahr übernommen“, sagte Reinhold Winckler vom Tiefbauamt in der vergangenen Sitzung des Bezirksbeirats. Weitere 115 000 Euro sind in den Unterhalt der Gehwege geflossen. Auch dies reicht aber nur für das Nötigste.

„Mit so wenig Geld so viel zu machen, ist eine Kunst“, meinte CDU-Bezirksbeirat Martin Wöhr auch mit Blick auf die anstehenden Maßnahmen für das laufende Jahr, in dem das Budget ähnlich niedrig veranschlagt ist. Kleinere Schäden an den Straßen und Ausbesserungsarbeiten an den Asphaltbelägen reparieren die sieben Mitarbeiter der Feuerbacher Baubetriebsstelle in eigener Regie. Auch schadhafte Treppenläufe kann der kleine Bautrupp wieder herstellen: „Wir haben auch einen Steinmetz im Team“, sagte Winckler. So wurde beispielsweise die Burghaldenstaffel im vergangenen Jahr wieder gerichtet.

Größere Arbeiten schreibt die Stadt aus. Dazu gehört auch der Umbau der Borsigstraße zur Bundesstraße. „Mit den Arbeiten wurde am 28. Januar begonnen“, sagt Winckler. Im ersten Bauabschnitt wird die Borsigstraße im Abschnitt zwischen der Heilbronner Straße und Siemensstraße für rund 4,4 Millionen Euro umgestaltet. In diesem Bereich ist zum größten Teil je eine Spur pro Fahrtrichtung vorgesehen. Lediglich in dem kurzen Abschnitt von der Einmündung Mauser- bis zur Heilbronner Straße weitet sich die Straße auf vier Spuren auf. Zudem werden die Gehwege um 25 Zentimeter verbreitert, damit sie in Zukunft auch von den Radfahrern genutzt werden können. Fünf Beete für Baumstandorte sind ebenfalls vorgesehen, um den Bereich aufzuwerten. Stattdessen werden der Planung etwa 40 Stellplätze zum Opfer fallen.

FDP-Sprecherin Gabriele Heise stellte zu diesem Teil der Planung kritische Fragen. Sie wollte wissen, was die Planer bewogen habe, den Fahrbahnbereich der künftigen Bundesstraße durch einen kombinierten Geh- und Fahrradweg und die geplanten Baumbeete zu verschmälern. Schließlich sei mit zusätzlichem Verkehr auf der B 295 zu rechnen. Parallel zum Straßenbau und der Wegnahme der Industriegleise wird der Bau von Überlaufbecken und die Erneuerung der Kanalisation in diesem Bereich erledigt. Die Stadt investiert insgesamt 11,5 Millionen Euro, um den Kanal sowie Entlastungsbecken im Bereich Siemens-, Mauser- und Borsigstraße zu realisieren. Bis Ende 2013 werden die Maßnahmen in diesem 700 Meter langen Straßenabschnitt dauern. Wann mit den Arbeiten zwischen der Kreuzung Siemensstraße und dem Wiener Platz begonnen werden kann, ist unklar. Dort kollidieren die Maßnahmen der Stadt, die Straße umzubauen, mit den Plänen der Deutschen Bahn. Die DB muss im Zuge von Stuttgart 21 beim Durchlass Borsigstraße die Eisenbahnbrücke und den Bahnhof Feuerbach baulich verändern. Für die Borsigstraße gilt deshalb vorläufig eine Veränderungssperre. Die Verlegung der B 295 dürfte daher noch einige Jahre dauern.

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