Die Feuerwehr muss an der Bopserwaldstraße brennende Autos löschen. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat

Ein Schreck für die Anwohner der Bopserwaldstraße: In der Nacht haben dort zwei Autos gebrannt. Das erinnert an eine Serie von Brandstiftungen im Sommer.

Stuttgart - Vielleicht muss die Ermittlungsgruppe Bopser der Kriminalpoolizei wieder aktiv werden. Im Sommer musste sie sich mit einer Serie von Autobränden rund um den Bopser befasst. Im August endete die Serie dann so plötzlich, wie sie im Juli begonnen hatte. Nun musste die Feuerwehr nach längerer Pause in der Nacht zum Dienstag wieder zu einem Brand ausrücken, der für die Polizei den Eindruck erweckte, das der gleiche Täter wieder am Werk sein könnte. Zwei Autos wurden an der Bosperwaldstraße zerstört.

Einen BMW der 5er Reihe, der in Heidenheim zugelassen ist, und einen Toyota Avensis mit Osnabrücker Kennzeichen hat es in der Nacht zum Dienstag getroffen. Beide Fahrzeuge brannten komplett aus. Zwei weitere Autos, die in der Nähe standen, wurden ebenfalls beschädigt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus und äußert deutlich den Verdacht, dass sie es wieder mit dem Serientäter zu tun haben könnte, der im Sommer in der Gegend schon etliche Fahrzeuge angezündet hatte. Die Kriminalpolizei untersuche nun den Zusammenhang mit der Serie im Sommer. Damals schrieben die Ermittler zwölf Fahrzeuge dem Täter zu.

Anwohner melden den Brand

Am Montag kam der Alarm gegen 23.40 Uhr. „Es gingen mehrere Notrufe von Anwohnern ein“, berichtet der Polizeisprecher Stephan Widmann. Als die Polizei am Tatort eingetroffen sei, hätten die Autos schon lichterloh in Flammen gestanden. Die Feuerwehr habe den Brand schnell unter Kontrolle gehabt, dennoch seien zwei neben den angezündeten Fahrzeugen geparkten Autos in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Schaden liege insgesamt rund 16 000 Euro.

Eine Abweichung von der Serie im Juli und August fällt auf: Es soll dieses mal kein Grillanzünder verwendet worden sein. Im Sommer hatten die Brandermittler meist Reste eines solchen auf dem Hinterreifen gefunden. Dort brachen die Feuer dann aus und griffen recht schnell auch auf die Kraftstofftanks der Fahrzeuge über. Wie genau der Täter im aktuellen Fall vorging, darüber sagt die Polizei nichts, weil die Ermittlungen noch laufen. Zu den Taten vom Sommer passt neben dem Tatort, in dessen Nähe schon zahlreiche Autos gebrannt hatten, auch die Uhrzeit: Der Brandstifter habe stets nachts zwischen 23 und 1 Uhr zugeschlagen. Die Tatorte lagen unter anderem an der Bopserwaldstraße, wo es nun wieder brannte, sowie an der Neuen Weinsteige, der Stafflenberg- und der Diemershaldenstraße. Neben den zwölf Fahrzeugen, die angezündet wurden, wurden auch noch weitere Autos in Mitleidenschaft gezogen. Bei den Taten im Sommer war der Schaden bereits auf insgesamt rund eine viertel Million Euro geschätzt worden.

Bei der Auswahl der Autos geht der Täter wohl wahllos vor: Weder sucht er gezielt Fahrzeuge von Anwohnern, noch von Auswärtigen. Die Polizei prüfte sogar, ob in der Zeit von Feinstaubalarm und Dieselskandal eine bestimmte Antriebsart betroffen war, aber auch das führte zu nichts: Es traf alle gleichermaßen.

Ob die Ermittlungsgruppe nun wieder zusammentritt, hängt auch davon ab, ob der Brand in der Montagnacht ein Einzelfall war, oder ob weitere Taten folgen. Nach wie vor bittet die Polizei Zeugen, die in der Nähe des Tatorts jemanden gesehen haben, um Hinweise unter 07 11/89 90-57 78.

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