Terrasse, Gaststube, Küche, Saal... alles weg, sagt Patric Copolla. Foto: Sandra Lesacher

Im „Gasthaus Ochsen“ in Pleidelsheim (Kreis Ludwigsburg) war zuletzt ein italienisches Restaurant. Dessen Pächter kann die Zerstörung des „La Sicilia in Tre“ kaum fassen.

Patric Coppola steht vor dem riesigen Schutthaufen. Hier liegen die angekokelten Überreste seines Restaurants. „Da, die Wand vom Büro steht noch.“ Der 28-Jährige deutet auf ein Mauerstück. Coppola war mit seinem „La Sicilia in Tre“ der letzte Wirt im historischen Gasthaus Ochsen in Pleidelsheim.

 

Am frühen Sonntagmorgen breitete sich im Nachbarhaus des ehemaligen Ochsen ein Feuer aus und griff auf das historische Gebäude über. Patric Coppola war zu dem Zeitpunkt nicht in Pleidelsheim. Er bewirtete in seiner zweiten Location, einer Bar in Stuttgart-Weilimdorf, eine Party zum Weltfrauentag.

Schockanruf in der Nacht

Das Restaurant hatte erst im vergangenen Sommer aufgemacht, ehe es nun zerstört wurde. Foto: privat

Sein Vater, der im „La Sicilia in Tre“ in Pleidelsheim als Koch arbeitete, saß spät nachts noch mit Verwandten im Restaurant zusammen. Nachdem die Gruppe wegen des Feuers auf die Straße gelaufen war, rief er seinen Sohn an: „Schau, was hier los ist, es brennt!“

Da dachten Patric Coppola und sein Vater noch, dass „nur“ das Nachbarhaus brennt. Es sollte anders kommen. Als der junge Wirt gegen 4.30 Uhr in Pleidelsheim ankam, hatten die Flammen längst auf den ehemaligen Ochsen übergegriffen. Von der anderen Straßenseite aus beobachtete er gemeinsam mit anderen den Kampf der Feuerwehr mit dem Großbrand. „Ich dachte, das war’s.“

Der nächste Schock folgte am Sonntagnachmittag. Um die Glutnester beseitigen zu können, musste die Feuerwehr das historische Gebäude abreißen. „Ich hab nur noch gesehen, wie der Bagger die Decke vom Rest abgerissen hat, dann bin ich gegangen“, sagt Coppola.

Erst im vergangenen Sommer hatte er das „La Sicilia in Tre“ in Pleidelsheim eröffnet. Nachdem es erst einmal einen Wasserschaden im Gewölbekeller gegeben hatte, fing der Betrieb schrittweise an zu laufen. „Wir waren unbekannt und haben das Restaurant langsam aufgebaut“, berichtet Coppola. „Wir haben gekämpft und waren gerade hier angekommen.“

Das Gasthaus Ochsen vor dem Brand. Im ersten Geschoss, hinter den Gardinen, war Coppolas Restaurant. Foto: Werner Kuhnle

Jetzt liegen an der Stelle des Restaurants nur noch Trümmer. „Es ist alles komplett weg, das hätte ich nicht gedacht“, sagt der 28-Jährige mit Blick auf die Überreste. „Küche, Kühlschränke, Stühle, Besteck, Laptop.“

Und doch hat Patric Coppola vor allem Mitleid mit den Bewohnern der Häuser. „Die haben alles verloren, wir nur unser Restaurant.“ 400 Jahre habe der Ochsen überstanden, zwei Weltkriege – und dann fege ein Feuer alles davon. So richtig realisiert hat er das alles noch nicht.

Hoffnung auf Wiederaufbau

Wie es jetzt für ihn weitergeht? „Mal schauen“, sagt der Inhaber des „La Sicilia in Tre“. „Wir müssen einiges abwarten, zum Beispiel, was die Versicherung sagt.“ Der Wunsch der Familie wäre es, eine neue Location zu finden und das Restaurant wieder aufzubauen. „Für uns ist das Restaurant nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern ein Ort der Begegnung, der Freundschaft und der italienischen Gastfreundschaft.“

Mit einer Spendenaktion auf „gofundme“ möchten Patric Copolla und seine Familie einen Teil der Kosten für den Wiederaufbau decken, etwa für neue Küchengeräte, Einrichtung und Möbel sowie die Wiedereröffnung eines neuen Restaurants.