Die Feuerwehr wurde um 3.50 Uhr durch den Sicherheitsdienst eines Nachbargebäudes alarmiert. Als die Einsatzkräfte eintrafen, stand das chinesische Restaurant mit dem Namen Hong Kong Cuisine bereits voll in Flammen. Auf den benachbarten Wald griff das Feuer glücklicherweise nicht über. Foto: SDMG

Im Vereinsheim des Homöopathischen Vereins ist am Freitag in den frühen Morgenstunden ein Feuer ausgebrochen. Die Polizei schätzt den Schaden auf 200 000 Euro. Ob zumindest Teile des Gebäudes zu retten sind, ist fraglich.

Fasanenhof - Der gemauerte Kamin ragt in den Himmel, als hätte die Hitze ihm nichts anhaben können. Das Dach indes, durch den der Kamin noch bis vor Kurzem verlief, das gibt es nicht mehr. Einzig verkohlte Balken sind von der Konstruktion übrig geblieben, und die liegen dort, wo auf der Terrasse der Hong Kong Cuisine eigentlich die Besucher sitzen und Peking-Ente essen. Drinnen sind dicke, metallene Lüftungsrohre durch die Decke gebrochen und liegen auf den Tischen, die noch immer mit den erstaunlich weißen Tischdecken des Vorabends gedeckt sind. Am Freitagfrüh hat es in der Vereinsgaststätte des Homöopathischen Vereins im Gewerbegebiet Fasanenhof gebrannt. Und allem Anschein nach dürften zumindest Teile des Vereinsheims nicht mehr zu retten sein.

Die Polizei schätzt den Schaden auf 200 000 Euro

May Law ist die Schwester des Pächters. Sie hatte am Abend zuvor als Letzte kurz nach elf Uhr die Gaststätte verlassen und steht nun schon den ganzen Vormittag mit dem Handy am Ohr auf dem Parkplatz am Zettachring. Hin und wieder fahren Gäste vor, die sie abweisen muss. „Wir haben soviel Geld reingesteckt, und jetzt das“, sagt sie und kämpft mit den Tränen. Erst im Dezember hatten sie die Gaststätte übernommen, und nach einigen dürftigen Monaten war das Geschäft inzwischen angelaufen. Am Sonntag etwa hatten sich mehr als 200 Gäste angemeldet. Was sie nun mit der Feiergemeinschaft machen sollen, weiß sie nicht.

Nach ersten Erkenntnissen ist der Brand im Innern des Gebäudes ausgebrochen. Die Polizei schätzt den Schaden auf 200 000 Euro. „Ermittler der Kriminalpolizei waren vor Ort“, sagt der Polizeisprecher Jens Lauer. Die Ursache stehe aber noch nicht fest.

Der Notruf ging um 3.50 Uhr in der Früh ein

Dass das Feuer überhaupt entdeckt wurde, immerhin steht das Vereinsheim am Ende des Gewerbegebiets nah am Wald, ist dem Sicherheitsdienst eines Nachbargebäudes zu verdanken, der in den frühen Morgenstunde seine Runde machte. Der Notruf ging gegen 3.50 Uhr bei der Polizei ein. Sofort rückten Kräfte der Wache 5 in der Degerlocher Tränke und der Freiwilligen Feuerwehr Birkach aus. „Als die Feuerwehrmänner ankamen, stand das Gebäude voll in Flammen“, sagt Andreas Reeh, der Sprecher der Stuttgarter Feuerwehr. Umgehend wurden weitere Fahrzeuge angefordert. Letztlich waren rund 35 Helfer vor Ort, und nachdem sie gegen 7 Uhr ihren Einsatz beendet hatten, mussten sie um 9 Uhr erneut kleinere Glutnester löschen.

Hart trifft der Brand auch den Homöopathischen Verein, dem das Gebäude gehört. Walter Hutzel, der im Verein für technische Fragen verantwortlich zeichnet, steht neben May Law und regelt das Nötigste. „Wir müssen jetzt nachdenken, was wir machen wollen“, sagt er. „Wir hatten einen Pächter, mit dem wir sehr zufrieden waren.“ Doch nach einer Fortführung des Geschäfts sieht es erst einmal nicht aus. Und dabei hatten nicht nur die Pächter, sondern auch der Verein selbst in den vergangenen anderthalb Jahren viel Geld in die Sanierung des Heims gesteckt. Die Rede ist von 150 000 Euro. In der nächsten Woche soll es deshalb eine außerordentliche Sitzung des Vereins geben, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

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