Ein Monat ist vergangen, seit Unbekannte großen Schaden an der Gemeinschaftsschule in Kornwestheim anrichten wollten. Nach dem Brand zieht die Stadt erste Konsequenzen.
Gut vier Wochen ist es her, dass die Lage an der Philipp-Matthäus-Hahn-Gemeinschaftsschule in Kornwestheim eskaliert ist. Nachdem es in deren Umfeld mehrfach Sachbeschädigungen gegeben hatte, ereignete sich Mitte Februar an der Schule eine Brandstiftung. Aufgeklärt ist der Fall bisher nicht, sagt die Polizei. Zum Thema hat kürzlich eine weitere Krisensitzung im Rathaus stattgefunden. Inzwischen hat die Stadt erste Konsequenzen aus der Sache gezogen.
Als die Kornwestheimer Feuerwehr am Samstag, 14. Februar, an der Schule ankam, fanden die Einsatzkräfte mehrere Brandherde vor. Schnell wurde klar: Dort wollte jemand gezielt großen Schaden anrichten. Dabei verschafften sich der oder die Unbekannten Zutritt zu dem Gebäude, indem sie eine Fensterscheibe einschlugen. Im Anschluss legten die Täter im zweiten Obergeschoss an drei Stellen Feuer. Im Vorfeld dieser Tat hatte es rund um die Schule eine Vandalismus-Serie gegeben. Unter anderem wurden die Reifen von fünf Fahrrädern zerstochen, befüllte Farbbeutel in die Turnhalle und Eier gegen deren Außenwand geworfen.
Noch keine Hinweise auf direkten Zusammenhang der Taten
Dass es einen direkten Zusammenhang von dem Feuer und den Sachbeschädigungen zuvor gibt, kann die Polizei bis jetzt nicht mit Sicherheit sagen. Konkrete Hinweise darauf gebe es derzeit nicht, heißt es auf Anfrage. Weder zu den Vandalismusvorfällen noch in Bezug auf die Brandstiftung sind bisher sachdienliche Hinweise eingegangen, obwohl die Stadt Kornwestheim eine Belohnung in Höhe von 3000 Euro ausgelobt hatte. „In beiden Komplexen laufen die Ermittlungen bislang gegen Unbekannt“, teilt eine Polizeisprecherin mit. Kolleginnen des Polizeireviers Kornwestheim und der Kriminalpolizei stünden weiterhin im Austausch.
Unmittelbar nach dem Vorfall hat die Stadt mit der Polizei, dem Rektorenteam und der Schulsozialarbeit eine Infoveranstaltung für Schüler abgehalten. Die Jugendlichen können bei Ängsten und Sorgen zudem die Schulsozialarbeiterinnen der Philipp-Matthäus-Hahn-Gemeinschaftsschule ansprechen. „Dieses Angebot wird gut angenommen und ist ein wichtiger Baustein in der Aufarbeitung der Ereignisse“, teilt die Stadt mit.
Um weitere Vorfälle zu verhindern, ist der Gemeindevollzugsdienst seit dem Brand verstärkt an den Schulen unterwegs, insbesondere rund um die Gemeinschaftsschule und in den Abendstunden. Momentan prüft die Stadtverwaltung außerdem, ob an öffentlichen Gebäuden eine Videoüberwachung möglich ist. Sie verweist darauf, dass das durch die seit Kurzem geänderte Rechtsgrundlage erleichtert wird. „Bis zum Sommer soll eine Kostenschätzung vorliegen, die anschließend in den städtischen Gremien beraten wird“, heißt es.
Mehrere Räume müssen instandgesetzt werden
An der Gemeinschaftsschule kann der Unterricht derweil ohne größere Einschränkungen weitergehen. „Alle vier Klassenzimmer im Obergeschoss des Traktes, in dem sich der Brand entwickelt hatte, sind inzwischen wieder nutzbar“, teilt die Stadt mit. Zwei Lehrmittelräume, einer vom Feuer betroffen, der andere darunterliegend, sind demnach aber weiterhin gesperrt. „Der Raum, in dem der Brand gelegt wurde, wird kernsaniert werden müssen“, schreibt die Stadt.
Durch Löschwasser wurden auch zwei weitere Klassenräume in Mitleidenschaft gezogen. Dort laufen derzeit noch die Instandsetzungsarbeiten. Nach derzeitigem Stand können die Klassenzimmer nach den Osterferien wieder genutzt werden. Damit der Unterricht reibungslos weitergeht, nutzt die Schule seit dem Brand und bis zum Abschluss der Arbeiten Ausweichräume.