Feuchtigkeit im Camper sorgt für Schimmel und unangenehme Gerüche. Hier finden Camper wertvolle Tipps, um diesem Problem vorzubeugen und den Camper unterwegs oder in längeren Reisepausen trocken zu halten.
Im Wohnmobil wird nicht nur übernachtet und gegessen, sondern auch geduscht oder regennasse Kleidung zum Trocknen aufgehängt. Die intensive Nutzung auf engstem Raum führt unweigerlich zu einem Anstieg der Luftfeuchtigkeit. Während beschlagene Fenster noch zu den harmlosen Begleiterscheinungen zählen, birgt die Kondensation hinter Möbeln oder unter Polstern ein größeres Risiko: Es drohen muffiger Geruch und Schimmel. Damit das Zuhause auf vier Rädern stets eine trockene und angenehme Umgebung ist, folgen nun einige erprobte Maßnahmen.
Luftfeuchtigkeit aufmerksam beobachten
Wenn die Scheiben im Wohnmobil beschlagen sind, herrscht offensichtlich eine zu hohe Luftfeuchtigkeit. Doch gerade bei längeren Standzeiten oder im Winterschlaf, wo Camper oft nur sporadisch kontrolliert werden, kann die unsichtbare Feuchtigkeit ihr Unwesen treiben. Um einen besseren Überblick über die Luftfeuchtigkeit im Camper zu bekommen, bietet sich ein Hygrometer an. Das digitale Messgerät ist oft schon für wenige Euro erhältlich und hilft, das optimale Raumklima zwischen 40 und 60 Prozent Luftfeuchtigkeit einzuhalten.
Dichtigkeitsprüfungen durchführen lassen
Undichte Stellen an Türen, Fensterdichtungen oder Wanddurchführungen können schleichend zu ernsthaften Wasserschäden im Wohnmobil führen. Um solchen bösen Überraschungen vorzubeugen, gewähren Hersteller oft eine Dichtigkeitsgarantie für neue Fahrzeuge. Diese ist jedoch an eine jährliche Dichtigkeitsprüfung gebunden, die in einer anerkannten Werkstatt durchgeführt wird. Hierbei wird sorgfältig kontrolliert, ob alle relevanten Bauteile intakt sind und keine Feuchtigkeit eingedrungen ist. So wird sichergestellt, dass der Camper langfristig trocken bleibt.
Luftentfeuchter: mehr Schein als Sein
Vor allem in sozialen Medien begegnet man oft dem Granulat-Luftentfeuchter. Das Prinzip: Das Granulat entzieht der Luft Feuchtigkeit, diese tropft in eine Auffangschale und kann dann entsorgt werden. Das Problem: Sie nehmen vergleichsweise wenig Feuchtigkeit auf und eignen sich daher besser für längere Standzeiten des Campers als für den aktiven Urlaubsbetrieb. Ihre Wirkung ist zudem auf kleine, komplett abgedichtete Räume beschränkt. Steht ein Fenster auf Kipp oder besitzt das Fahrzeug eine Zwangsentlüftung, ist der Effekt schnell wieder verpufft, da ständig frische Außenluft nachströmt.
Kochen bei geöffnetem Fenster
Die Zubereitung von Speisen im Wohnmobil ist sehr bequem, birgt jedoch das Potenzial, die Feuchtigkeit ordentlich in die Höhe zu treiben. Um dem entgegenzuwirken, hilft schon ein geöffnetes Fenster in der Nähe der Kochstelle, das für den notwendigen Luftzug sorgt. Kluge Köpfe kochen zudem mit Deckel und entsorgen das überschüssige Nudel- oder Kartoffelwasser gleich draußen. Am besten ist es jedoch, die Essenszubereitung komplett nach draußen zu verlegen.
Matratzen und Polster aufstellen
Polster und Matratzen sind im Wohnmobil besonders anfällig für Feuchtigkeitsansammlungen, die zu muffigem Geruch und Schimmel führen können. Eine einfache Maßnahme ist das Hochstellen von Polstern, um Luftzirkulation zu ermöglichen. Für Matratzen bieten Lattenroste eine optimale Unterlage, da sie eine gute Belüftung gewährleisten. Tellerroste sind eine leichtere Alternative mit ähnlichem Effekt. Alternativ kann auch eine Mesh-Unterlage – ein Kunststoff-Netzgewebe – verwendet werden, damit die Polster nicht direkt auf den Möbeln aufliegen und sich darunter keine Feuchtigkeit fangen kann.
Ordentlich heizen
Gerade in den Wintermonaten ist eine ausreichende Beheizung des Campers ein wirksames Mittel gegen Feuchtigkeit. Warme Luft besitzt die Fähigkeit, mehr Feuchtigkeit zu binden, wodurch das Risiko von Kondensation reduziert wird. Nach der Rückkehr von einer Tour ist es zudem ratsam, die Heizung nicht abrupt abzustellen, sondern den Innenraum noch eine Weile weiter zu temperieren und gezielt zu lüften. Erst wenn die Luftfeuchtigkeit im optimalen Bereich von 40 bis 60 Prozent liegt, ist das Feuchtigkeitsmanagement wirklich erfolgreich abgeschlossen.
Nasses außerhalb des Wohnmobils lagern
Nasse Kleidung, benutzte Badesachen oder feuchte Handtücher bringen ordentlich Feuchtigkeit ins Wohnmobil. Auf Campingplätzen bieten Trockenräume oder private Waschkabinen eine ideale Gelegenheit, Feuchtes außerhalb des Campers zu lüften. Auch in Wintersportgebieten gibt es oft spezielle Skiräume, die Sportequipment sicher und trocken unterbringen. Ist eine Nasszelle im Fahrzeug vorhanden, kann dort getrocknet werden, jedoch nur bei geöffnetem Fenster, regelmäßigem Aufwischen von Kondenswasser und anschließendem Heizen.
Wasserfeste Unterlagen für Schuhe
Fußabtreter und Matten im Einstiegsbereich sind zwar praktisch, bergen aber das Risiko, aufgenommene Feuchtigkeit wieder an die Camper-Luft abzugeben. Eine Lösung hierfür sind wasserfeste Unterlagen mit einem erhöhten Rand, auf denen sich das Wasser sammeln kann. Dieses lässt sich dann einfach abgießen, bevor es in die Raumluft gelangt. Bonustipp: alte Zeitungen unter nassen Schuhen. Die saugen die Feuchtigkeit schnell auf und können nach getaner Arbeit direkt entsorgt werden.
Auch Schränken Luft machen
Bei längeren Standzeiten des Wohnmobils ist es ratsam, alle Schränke und Fächer auszuräumen und geöffnet zu lassen, um eine optimale Luftzirkulation zu ermöglichen. Diese einfache Maßnahme reduziert die Wahrscheinlichkeit von Kondenswasserbildung erheblich. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Kühlschrank und der elektrischen Kühlbox: Nach dem Ausschalten müssen diese trocken gewischt und die Tür oder Klappe offengehalten werden, da sich sonst Feuchtigkeit in den Dichtungen festsetzen und zu Schimmel führen kann.
Alles schnell aufwischen
Kondenswasser lässt sich nie völlig vermeiden. Besonders wichtig ist es dann, jede Feuchtigkeit so schnell wie möglich aufzuwischen. So sollten am Morgen beschlagene Fenster zügig trockengewischt werden. Ebenso entscheidend ist es, Feuchtigkeit in der Nasszelle, etwa nach dem Duschen, gründlich mit einem Lappen aufzunehmen. Den Lappen danach gut auszuwringen ist hier kein unwichtiger Nebenaspekt: Das so im Abfluss landende Wasser kann nicht mehr als Dampf in die Raumluft entweichen. Eine kluge Strategie ist zudem der Einsatz von Thermomatten an den Scheiben über Nacht, welche nicht nur die Kälte draußen halten, sondern auch die Bildung von Kondenswasser effektiv mindern.
Das Wohnmobil so richtig durchatmen lassen
Die beste Strategie gegen Feuchtigkeit im mobilen Heim ist eine regelmäßige Frischluftkur. Gezieltes Quer- und Stoßlüften ist die einfachste und effektivste Methode, um feuchte Luft aus dem Wohnmobil zu vertreiben. Besonders morgens und nach feuchtigkeitsintensiven Vorgängen wie Kochen oder Duschen sollte man dem Camper ermöglichen, richtig durchzuatmen. Profi-Fahrzeuge sind zudem mit einer Zwangsbelüftung ausgestattet, deren Öffnungen stets frei bleiben müssen, um einen kontinuierlichen Luftaustausch zu gewährleisten und so dem Feuchtigkeitsstau die Luft abzudrehen.