250 Meter lang und 130 Tonnen schwer: Der größte Fettberg, der je in Londons Kanalisation gefunden wurde. Foto: AFP

Abfälle gehören nicht ins Klo. Und doch werden Dinge, die dort nicht hingehören, runtergespült. Wohin das führen kann, sieht man derzeit in Londons Kanalisation.

London - Einer der größten Fettberge aller Zeiten ist in Londons Untergrund gefunden worden. Er wiegt 130 Tonnen, so viel wie zehn Londoner Doppeldecker-Busse, und ist 250 Meter lang. Zum Vergleich: Das größtmögliche Fußballfeld darf laut DFB-Statuten bis zu 120 Meter mal 90 Meter groß sein.

Stadtteil Whitechapel: Fettberge und Jack the Ripper

Der Fettberg befindet sich im Stadtteil Whitechapel im East End. Die nahegelegenen U-Bahnhöfe der London Underground sind Whitechapel und Aldgate East. Im 19. Jahrhundert trieb hier Jack the Ripper sein Unwesen. Nachdem seit den 1840er Jahren wiederholt große Cholera-Epidemien viele Opfer unter der Londoner Bevölkerung forderten, entschlossen sich die Verantwortlichen ein Kanalnetz zu bauen.

Das Londoner Abwassersystem war eines der größten städtebaulichen Projekte in Europas im 19, Jahrhundert. Bis heute sind die aus Backsteinen und Zement errichteten und immer wieder erneuerten Röhren der wichtigste Bestandteil des Londoner Kanalnetzes.

Ab dieser Woche wird aufgeräumt

Die Aufräumarbeiten am Fettberg sollen bereits diese Woche beginnen und werden voraussichtlich drei Wochen dauern. Die Kanalarbeiter, die dem Fettkloß zu Leibe rücken werden, tragen spezielle Schutzanzüge. Mit schwerem gerät und mit Schaufeln hacken sie ihn Stück für Stück klein. Die Abfälle sollen dann abgesaugt und in einer Recyclinganlage entsorgt werden.

Fettberg wird zu Seife und Biodiesel recycelt

2014 stand die Kanalisation in der britischen Hauptstadt schon einmal vor dem Kollaps. Wenige Tage vor Weihnachten wurde ein Fettberg im Südwesten Londons gefunden, allerdings war er sehr viel kleiner und mit 15 Tonnen Gewicht nur ein Achtel so schwer. Das Abfallunternehmen CountyClean Environmental Services verarbeitete ihn, indem es ihm das Wasser entzog und die restlichen Fette und Öle zu Seife, Biodiesel und anderem Treibstoff verarbeitete.

Abfälle gehören nicht ins Klo

Kanalisations-Chef Rimmer ist frustriert, weil es zu solchen Blockaden gar nicht erst kommen müsse, wenn Fette, Öle und alles, was sie enthält, nicht im Klo heruntergespült, sondern vernünftig entsorgt würden. Im schlimmsten Fall können durch Fettberge verursachte Staus in Rohren Kanaldeckel zerbrechen und Straßen mit Fäkalien geflutet werden.

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