Die „Gruppe S.“ wird als rechtsterroristisch eingestuft. (Symbolbild) Foto: picture alliance / dpa/Bernd Thissen

1,2 Kilo Sprengstoff und Munition fanden polnische Ermittler laut dem „Spiegel“ bei einem Mann, der offenbar Kontakte zur „Gruppe S.“ hatte. Auch deutsche Strafverfolgungsbehörden waren an den Ermittlungen beteiligt.

Hamm - Ein Ende September von polnischen Spezialkräften festgenommener mutmaßlicher deutscher Rechtsextremist soll nach „Spiegel“-Informationen Kontakt zur als rechtsterroristisch eingestuften „Gruppe S.“ gehabt haben. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen sei der 62-jährige Elektriker Jürgen K. zeitweise eine Kontaktperson der Gruppierung gewesen, berichtete das Magazin am Freitag vorab. Welche Verbindungen der in Polen lebende Deutsche genau zur „Gruppe S.“ hatte, werde noch geprüft.

Bereits nach der Festnahme von K. hatte ein Sprecher des zuständigen Ministeriums in Polen mitgeteilt, der Deutsche werde verdächtigt, einer „organisierten kriminellen Gruppe terroristischer Art“ anzugehören. Bei der Polizeiaktion gegen K. in Polen waren 1,2 Kilogramm Sprengstoff und Munition entdeckt worden. Laut „Spiegel“ ging der Festnahme des Manns offenbar ein Hinweis deutscher Ermittler an deren polnische Kollegen voraus.

Polizei Hinweise auf Gesinnung nicht verfolgt

Gegen mutmaßliche Mitglieder der „Gruppe S.“ ermittelt die Bundesanwaltschaft wegen Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung. Die im vergangenen Februar aufgeflogene Gruppierung soll nach früheren Ermittlerangaben die Absicht gehabt haben, durch Anschläge auf Politiker, Asylsuchende und Muslime in Deutschland „bürgerkriegsähnliche Zustände“ herbeizuführen.

Später war bekannt geworden, dass die „Gruppe S.“ offenbar einen Polizeimitarbeiter als Unterstützer gehabt hatte. Der bei der Polizei im nordrhein-westfälischen Hamm tätige Mann soll dort Waffenscheine ausgestellt haben. Die Polizei musste einräumen, Hinweise auf seine Gesinnung nicht verfolgt zu haben. So trug der Verdächtige ungeahndet für die rechte Szene typische Kleidung und hatte Reichskriegsflaggen auf dem Balkon.

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