Fünf Konzerte, fünf Genres – „Kornwestheim rockt“ ist vorbei. Auf der Bühne war Tina Turner das Highlight. Doch die künftige Finanzierung bereitet Sorgen.
Dunkle Wolken zogen hinter der Bühne von „Kornwestheim rockt“ auf. Ein unverkennbarer, markanter Sound dröhnte über den Marktplatz: die Töne von TribU2, der Tribute-to-U2-Band. Die Bühnenshow der Gruppe aus Österreich wirkte durch dieses nahezu perfekte Zusammenspiel von Band und Natur noch eindrucksvoller. Und die Stimmung war wie an allen vergangenen fünf Dienstagabenden ausgelassen, friedlich und mehr als gut.
Dennoch hatten sich zum Kornwestheim-rockt-Finale verhältnismäßig wenige Besucher versammelt. „Es war etwas frustrierend. Die Band hätte ein größeres Publikum verdient“, sagte der Veranstalter Johannes Leichtle. Doch den vier Männern gelang es selbst die kleine Menge in große Begeisterung zu versetzen. Die Hände wurden im Takt durch die Luft geschwungen und Songtexte lautstark mitgesungen.
„Schade, dass das Wetter heute nicht mitmachte“, sagte Besucher Christoph Schmid. Wie einige Anwesende hat er mehrere Shows besucht. Sein Favorit bei „Kornwestheim rockt“: Tina Turner. Dieser Name fiel oft. „Tina Turner war einfach simply the best“, brachte es die Besucherin Kirsten Koch auf den Punkt. Auch Organisator Leichtle stimmte dem zu: „Tina war der Besucherrekord. So voll wurde es an keiner weiteren Veranstaltung.“
Alle Konzerte bestens besucht
Dank der angenehmen Temperaturen und lauen Sommerabende waren aber wirklich alle Konzerte bestens besucht. Ausgenommen eben das Finale unter grauem Himmel, welches dafür mit seiner Performance überzeugte und zu den gelungensten Auftritten der fünf „Kornwestheim rockt“- Events zählte.
Bei allen Konzerten tanzte ein freundlicher Clown durch die Reihen. Viele nahmen ihn nicht wahr, einige fragten sich nach Sinn und Zweck. Er verteilte an Gäste mit mitgebrachten Getränken eine gelbe Karte mit dem Hinweis, doch bitte vor Ort zu kaufen. Einige waren peinlich berührt, andere zeigten sofort Verständnis und versprachen Besserung. Ein wichtiger Punkt, denn im vergangenen Jahr hatten zu viele Besucher kistenweise Getränke mitgebracht. Leichtle hatte daraufhin aufgerufen zu bedenken, dass der kostenlose Eintritt nur gewährleistet werden kann, wenn vor Ort mit dem Kauf von Getränken unterstützt wird. Diesen Appell nahmen sich in diesem Sommer viele zu Herzen. Es wurde deutlich weniger mitgebracht. „Den Fremdalkohol haben wir im Griff“, bestätigte Leichtle zufrieden.
Ebenfalls sehr gut sei in diesem Jahr auch die Zusammenarbeit und Unterstützung seitens der Stadt gewesen. Nachdem es hier zuletzt Uneinigkeiten gegeben habe, wurden diese zufriedenstellend beseitigt. Man könnte fast meinen: perfekt, es geht nicht besser. Doch einen kleinen Haken gibt es noch, wie Leichtle in seinem Fazit sagte: „Es ist die letzte, aber nicht unwichtige Säule, damit die Events kostenlos bleiben: die Finanzierung.“ Diese weist leider zu große Lücken auf, da zu wenige Partner gewonnen werden konnten. Hier hofft der Veranstalter auf mehr Interessenten im nächsten Jahr und möchte noch einmal sensibilisieren, welche tolle Aktion für die Bürger der Stadt damit unterstützt wird.
Der Veranstalter hofft, dass es weitergeht
„Kornwestheim rockt ist ein super Imageträger“, sagt er und ergänzt: „Wir benötigen jedoch dringend mehr finanzielle Mittel, mehr Werbepartner, um es weiterhin finanziell zu stemmen.“ Die nächsten Tage wird der Veranstalter wie immer ein endgültiges Fazit ziehen. Erst dann wird entschieden, wie es im Jahr 2024 mit dem Festival weitergehen wird. Johannes Leichtle jedenfalls hofft weiterhin auf tolle Events in Kornwestheim.