Hannes Eimert, Julianna Herzberg und Andreas Kunze (von links) wollen an der Lukaskirche abwechslungsreiche Kultur in Corona-Zeiten bieten. Foto: Thomas Graf-Miedaner

Das Wortkino und die Theater Tredeschin und La Lune wollen dem Osten auf dem Lukasplatz einen „Kultursommer“ bieten. Der beantragte Zuschuss vom Land ist zwar abgelehnt worden, das Theaterfestival soll es trotzdem geben, nur kleiner.

Stuttgart-Ost - Das Konzept stand schon fest, der Auftakt am 24. Juni auch, doch dann der herbe Rückschlag in Form einer Mail vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst: Der Antrag für einen Zuschuss für den „Kultursommer am Lukasplatz“ wird nicht bewilligt. Rund 100 Anträge seien beim Ministerium eingegangen und nur knapp die Hälfte wird bezuschusst. Für Hannes Eimert von Wortkino und „Dein Theater“ im Stuttgarter Osten einerseits eine Enttäuschung, anderseits aber kein Grund von der Idee abzuweichen. „Dann wird es eben einen Kultursommer in abgespeckter Version geben“, äußert er sich kämpferisch. Die Idee im Osten ein „Corona“-konformes Open-Air-Programm anzubieten, hatte er schon, bevor das Ministerium überhaupt erst die Möglichkeit eines Zuschusses ins Leben gerufen hatte. Mit Michael Kunze vom Theater Tredeschin und Julianna Herzberg vom Theater La Lune waren auch schnell zwei Mitstreiter im Boot. „Ein gemeinsames Open-Air Kulturprogramm mitten im Osten von drei ganz unterschiedlichen Theatern, die aber in Laufweite zueinander liegen, ist eine Besonderheit“, sagt Kunze. Als Bühne hatten die drei die Fläche zwischen Lukaskirche und neuem Gemeindehaus vorgesehen.

60 Zuschauer pro Aufführung

„Die Erhöhung eignet sich sehr gut als Spielfläche“, sagt Eimert. Rund 60 Zuschauer könnten so den Aufführungen folgen. Geplant waren, ähnlich wie aktuell im Römerkastell beim „Kastellsommer“, Inseln, auf denen die Zuschauer in kleinen Gruppen sitzen können. Das Programm sollte ähnlich abwechslungsreich sein, wie die drei beteiligten Kultureinrichtungen: „Interkulturelle Chanson-Abende, Lyrik und Theater“, fasst Herzberg den Beitrag des La Lune zusammen. Das Theater Tredeschin wollte sich mit Figurentheater für Kinder und Erwachsene beteiligen und das Wortkino mit Theaterstücken seines Ensembles. Über 50 Aufführungen von Ende Juni bis Mitte September waren ursprünglich geplant. „Diese sind ohne den Zuschuss jetzt natürlich nicht zu stemmen“, sagt Eimert. Ein Gesamtbudget von etwas über 50 000 Euro für den gesamten Kultursommer war angedacht. „Für die Anzahl an Aufführungen und mit insgesamt drei beteiligten Theatern eigentlich keine große Summe“, betont Herzberg. Der Zuschuss des Landes hätte rund 38 000 Euro betragen, der Rest sollte über Eigen- und Drittmittel sowie Eintrittsgelder wieder eingespielt werden.

Hoffen auf den Bezirksbeirat

Nun soll in möglichst kurzer Zeit ein neues Konzept auf die Beine gestellt werden. Denn an einem Open-Air-Kulturprogramm möchte nicht nur Eimert festhalten, sondern auch Herzberg und Kunze. „Schauspieler müssen auf die Bühne, sonst kommen sie aus der Übung“, sagt Herzberg. Zudem möchte man den vielen freien Künstlern in der vor allem für sie schweren Corona-Zeit eine Auftritts-Chance geben. Darüber hinaus wolle man das Publikum an der Stange halten: „Die Phase vor Corona war einer der Besucherstärksten seit langem“, sagt Herzberg. Eine lange Pause berge immer die Gefahr, dass man ein konstant aufgebautes Publikum wieder verliert. Während das Theater Tredeschin und das Theater La Lune aktuell noch geschlossen haben, gibt es seit 1. Juni im Wortkino wieder Aufführungen: 16 Zuschauer dürfen aktuell kommen. Das Publikum ist noch gespalten: „Während die einen gleich mehrfach kommen, sind die anderen noch unsicher und trauen sich nicht so richtig zu Kultur im geschlossenen Raum“, sagt Eimert. Umso wichtiger sei es nun, dass man auch Kultur im Freien ermögliche.

Ganz aufgeben wolle man die Chance auf einen Zuschuss vom Land zudem noch nicht. Es sind eventuell weitere Antragsrunden für Gelder geplant. Zudem wird auch am heutigen Mittwoch über einen Zuschuss zum Kultursommer am Lukasplatz im Bezirksbeirat Ost beraten. Wann dann letztendlich der Startschuss fällt, ist entsprechend noch nicht klar: „Ende Juni wird nicht reichen, aber wir sind zuversichtlich, dass es im Juli losgehen kann“, sagt Eimert.

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