Längst nicht immer war es so voll, wie beim Nena-Konzert im Juli 2023. Foto: /Jürgen Bach

Die Stadt sucht nach Veranstaltern für das beliebte Sommerfestival an der Stadthalle, dann aber im kleineren Rahmen.

So viel steht fest: Das Festival Leonpalooza mit Stars wie Nena, Bob Geldof oder Jethro Tull wird es auf absehbare Zeit nicht mehr geben. Doch ganz vom Tisch ist das beliebte Sommerfestival in Leonberg noch nicht. Sollten dafür private Veranstalter gefunden werden, könnte es im übernächsten Jahr in einem kleineren Rahmen weitergehen.

 

Auf diese Marschroute hat sich der Leonberger Gemeinderat nach längerer Diskussion und mit knapper Mehrheit geeinigt. Dabei zweifelt niemand an, dass das im ersten Corona-Jahr 2020 regelrecht aus dem Boden gestampfte Kulturereignis eine echte Bereicherung für Leonberg und die ganze Region war. Damals noch unter Abstandsauflagen eher als Kleinkunst-Treffen konzipiert, wuchs das Festival unter Regie des damaligen Veranstaltungsmanagers Nils Strassburg von Jahr zu Jahr, bis schließlich internationale Topleute wie Chris de Burgh auf der Bühne vor der Stadthalle standen.

Leonberg war auf dem besten Weg, einer der Rock-Hotspots von ganz Baden-Württemberg zu werden. Doch 2023 geriet zum Krisenjahr: Erst verschwand im Frühjahr der Stadthallen-Chef Strassburg buchstäblich über Nacht von der Bildfläche. Die Stadt hatte ihm gekündigt, wiewohl er als Vertrauter des Oberbürgermeisters galt. Über die Gründe der Trennung schweigen sich beide Seiten bis heute aus.

Zu diesem Zeitpunkt waren die meisten Künstler schon gebucht. Deshalb sollte das Festival auf jeden Fall steigen. Publikumsmagneten wie Nena oder Jethro Tull zogen die Massen. Doch bei etlichen kleineren und mittleren Acts gab es noch reichlich Platz im Publikumsbereich. Am Ende stand ein Minus von mehr als 250 000 Euro.

Götz Alsmann spielte bei Leonpalooza 2023 an einem Flügel der Leonberger Klavierfabrik Pfeiffer. Foto: Simon Granville

Zu viel Geld, um sich auf solch ein Experiment erneut einzulassen, befand jetzt der Gemeinderat. Um dem Event im kleineren Rahmen dennoch eine Chance zu geben, schlug Georg Pfeiffer von den Freien Wählern vor, private Unternehmen als Veranstalter zu gewinnen. Dafür sollte die Stadt schnell Gespräche führen.

Ein Vorschlag, der bei Oliver Zander (CDU), Horst Nebenführ (FDP) und Frank Albrecht (SALZ) auf offene Ohren stieß. Skeptisch hingegen blieben trotz aller Sympathie fürs Festival Ottmar Pfitzenmaier (SPD) und Birgit Widmaier (Grüne).

Auch Oberbürgermeister Martin Georg Cohn (SPD) hielt ein Musikevent unter heutigen Bedingungen für kaum machbar. „Während Corona hatten die Künstler keine Auftrittsmöglichkeiten“, erinnerte er an die Anfänge von Leonpalooza. Entsprechend moderat seien die Gagen gewesen. „Heute würde ein Chris de Burgh für diesen Preis in Leonberg nicht auftreten.“ Auch das Engagement von Privatunternehmen sah der OB skeptisch: „Wenn wir nur auf Private hoffen müssen, haben wir keine Verlässlichkeit.“

Dennoch ist eine Mehrheit des Gemeinderats dafür, die Möglichkeit eines privaten Veranstalters zumindest auszuloten.