Am 23. August starten die Flammenden Sterne im Scharnhauser Park in Ostfildern mit der Show von Joachim Berner. Am Sonntag setzen die kanadische Feuerwerk-Profis einen Schlusspunkt mit starken Effekten.
Lampenfieber hat Craig Steley nach Jahrzehnten als Pyrotechnik-Profi noch immer. „Die Tage vor den Feuerwerksshows sind selbst wir Profis sehr aufregend“, sagt der 63-Jährige. Obwohl er mit der Firma GFA Pyro aus Kanada 50 bis 60 Feuerwerksshows pro Jahr realisiert, lässt sich aus seiner Sicht „keines mit dem anderen vergleichen.“ Wenn das Feuerwerk beginnt, „kann ich das genießen wie alle“. Am Sonntag, 25. August, um 22.15 Uhr setzt die Gruppe den Schlusspunkt beim Festival Flammende Sterne im Scharnhauser Park. Bereits an diesem Freitag, 23. August, geht das dreitägige Festival los. Beginn ist an allen Tagen auf dem ehemaligen Gartenschaugelände um 18 Uhr.
Mit seinem Kollegen Scott Legett kommt der Pyrotechniker Steley vom internationalen Feuerwerksfestival im südfranzösischen Cannes. Obwohl die kanadische Firma Groupe Fiatlux-Ampleman, die ihren Sitz in Montréal hat, ihre Shows hauptsächlich in Kanada realisiert, schätzen die beiden Pyrotechniker die Auslandsreisen. Auf dem Festivalgelände im Scharnhauser Park sind sie erst am Donnerstag angekommen. „Es ist wunderschön“, schwärmt Scott Leggett. Der 33-Jährige hat sich zwar über Google Earth bereits ein Bild vom Gelände gemacht. „Dass es am Ende so steil abwärts geht, haben wir da aber nicht gesehen.“ Das ist für die zwei erfahrenen Pyrotechniker aber kein Problem. Gemeinsam mit dem deutschen Kollegen Joachim Berner, der sein Feuerwerk zum Auftakt am Freitag zeigt, nehmen sie den Platz mit dem sommerlich trockenen Rasen in Augenschein. „Dass wir auf seine Erfahrung bauen können, ist wichtig“, sagt Steley.
Berner, dessen zwei Söhne inzwischen in seine Firma Innovative Pyrotechnik eingestiegen sind, betreut das Festival schon seit der ersten Auflage vor 20 Jahren. Der deutsche Profi aus Ehningen ist ebenfalls bestens in der internationalen Szene vernetzt und gefragt. Mit seinen Kollegen aus aller Welt Erfahrungen auszutauschen, genießt der deutsche Feuerwerkskünstler. Seine Firma sorgt aber auch für die Infrastruktur und die Technik bei dem Festival.
Vor einem Jahr mit der Planung begonnen
Für die kanadischen Feuerwerker ist diese Unterstützung auf dem fremden Gelände ein großes Plus. Vor einem Jahr haben sie angefangen, das Feuerwerk und die Musik für das Ostfilderner Festival zu planen. „Die Flammenden Sterne haben in der internationalen Szene einen Namen“, sagt Leggett. Welche Musik zu welchen Feuerkaskaden und Ornamenten am Himmel passt, das gestalten die Feuerwerkskünstler intuitiv. Ihr musikalisches Spektrum reicht von den Beatles bis zur Filmmusik von Holly Amber Church. Jedes Feuerwerk, das die Pyrotechniker erschaffen, hat seinen eigenen Charakter. „Am Simulator sehen wir dann, wie es am Ende aussieht“, so Scott Leggett. Diesen Augenblick findet er immer besonders spannend.
Gibt es denn trotz modernster Computertechnik bei den Feuerwerkern noch Unwägbarkeiten? „Auf jeden Fall“, sagt Craig Steley. Wenn es stark windet oder regnet, könne immer etwas schiefgehen. „Und manchmal reißt einfach ein Kabel.“ Das ärgert zwar die Profis, die auf kleinste Details größten Wert legen. Das Publikum staunt dennoch, und merkt solche Ausfälle in der Regel nicht. Das tröstet auch den Perfektionisten Scott Leggett: „Wenn die Leute klatschen, finden wir es dann auch schön.“ Natürlich wollten alle den Wettbewerb gewinnen, sagt Craig Steley und lächelt dabei. „Dazu sind wir da.“ Am schönsten ist für den Profi jedoch, wenn die Menschen mit Begeisterung dabei sind, „wenn es sie bewegt und es allen gefällt“. Die Menschen zu verzaubern, „selbst wenn es regnet oder kalt ist“, das macht für den Feuerwerkskünstler den großen Reiz seines Berufs aus. Über Umweltbelastungen durch Feinstaub oder Abfall werde auch in Kanada diskutiert, sagt Steley, „die Diskussionen kennen wir“. Doch die Profis reagierten darauf und setzten auf Nachhaltigkeit. Das bestätigt Joachim Berner: „Bei uns Profis gibt es vergleichsweise wenig Abfall, weil wir mit Rohren arbeiten.“
Infos zu den Flammenden Sternen: www.flammende-sterne.de
Mit Bus und Bahn zum Festival
Verdichteter Takt
Die Tickets für die Flammenden Sterne gelten auch für den öffentlichen Nahverkehr. Von Esslingen ist das Festival mit der Buslinie 122 zu erreichen. Die Stadtbahnen U 7 und U 8 fahren direkt zu den Haltestellen Kreuzbrunnen, Scharnhauser Park und Parksiedlung.
Parken
Nach dem Parkchaos im vergangenen Jahr wegen nasser Felder bitten die Veranstalter, mit Bus und Bahn anzureisen. Am Gelände gibt es nur begrenzt Plätze. Parkmöglichkeiten gibt es an den Stadtbahnhaltestellen, zudem im Parkhaus an der Akademie in Nellingen, im Parkhaus Landessportschule Ruit, am Parkplatz an der Ludwig-Jahn-Halle Nellingen und in der Tiefgarage im Stadthaus Ostfildern.