Der Ehninger Heimatgeschichtsverein feiert sein 40-jähriges Bestehen mit einem Festakt am Freitag. Wichtig ist den Vereinsmitgliedern, dass Erinnerungen und Heimatgeschichte über Generationen hinweg weitergegeben werden.
Zwei beeindruckende Grenzsteine zieren den Eingang zur Heimatstube. Ein Wirtshausschild mit einem goldenen Ochsen hängt hoch über der Tür. Doch das ist nur ein Bruchteil der Schätze, die der Heimatgeschichtsverein Ehningen in der Fronäckerschule, in der der Verein seine Räumlichkeiten hat, aufbewahrt. In den Vitrinen im Gang findet sich ein rund 15 000 Jahre alter Schaber aus der Steinzeit, darunter ein Armbrustpfeil aus dem 13. Jahrhundert. Zudem gibt es viele Exponate von Ehninger Familien wie Schränke, Waschmaschinen, landwirtschaftliche Geräte, Puppen und Küchenutensilien. „Der Verein besitzt eine umfangreiche Sammlung von Objekten aus dem bäuerlichen und bürgerlichen Leben früherer Zeiten“, erklärt Jutta Schießler, die Zweite Vorsitzende des Heimatgeschichtsvereins Ehningen, der in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen mit einem Festakt an diesem Freitag, 16. Mai, feiert.
Im Jahr 1985 wurde der Verein gegründet. Damals hatte er 18 Mitglieder. Heute ist die Zahl auf rund 80 angestiegen. Das Ziel war und ist es, den Gedanken der Heimatpflege und der Heimatkunde zu fördern. „Es ist uns wichtig, dass man die Geschichte für die Nachwelt erhält. Denn wenn die älteren Menschen nicht mehr da sind, kann man sie nicht mehr fragen“, sagt Rudolf Widmann, einer der Mitbegründer und heutiges Ehrenmitglied des Heimatgeschichtsvereins Ehningen. „Wir wollen Ansprechpartner sein für historische Fragen, die die Gemeinde betreffen“, fügt die 60-jährige Jutta Schießler hinzu. Beide sind in Ehningen aufgewachsen und fühlen sich mit Ehningen eng verbunden.
In den 40 Jahren hat der Verein allerlei auf die Beine gestellt. Von historischen Feuerwehrübungen mit originalen Uniformen von vor mehr 100 Jahren, der Einweihung des historischer Ortsrundgangs durch Ehningen über Exkursionen und Vorträge bis hin zu Publikationen. Doch ohne die Hilfe der Vereinsmitglieder, die gute Vernetzung und das Mitwirken anderer Vereine wäre das nicht möglich gewesen, betonen Jutta Schießler und Rudolf Widmann.
Seit Kurzem hat der Verein auch eine eigene Homepage. „Eine Herkulesaufgabe wird es jedoch noch sein, die ganzen alten Fotos und Karten in unserem Bestand zu digitalisieren“, sagt der 78-jährige Rudolf Widmann.
Beim Festakt geht es um die Würmtal-Viadukte
„Die vergangenen zwei Jahre haben wir den Fokus auf Kinder gelegt“, erzählt Jutta Schießler aus der jüngeren Vergangenheit des Vereins. „Wir haben historische Ortsführungen für Drittklässler gemacht, einen Ausflug zur Keltenausstellung und mit Kindern die Heimatstube besucht.“ Auch dieses Jahr sind einige Veranstaltungen geplant: Neben den Stammtischterminen ist ein Besuch im Heimatmuseum Gechingen geplant, die Beteiligung am Familienfest im Juli, ein Mitgliedernachmittag im Theater und ein Besuch im Bauernkriegsmuseum. „Wir wollen Geschichte erlebbar machen“, sagt Widmann. Und Jutta Schießler fügt hinzu: „Wir wollen, dass man die Ehninger Geschichte für die Nachwelt erhält.“
Doch zuvor wird erst einmal gefeiert: An diesem Freitag, 16. Mai, ab 18.30 Uhr feiert der Verein in der Begegnungsstätte Ehningen, Bühlallee 11, sein 40-jähriges Bestehen mit Musik, Fingerfood, Getränken und einem Festvortrag über „Die Würmtal-Viadukte“ von Ulrich Boeyng. Der Verein hatte sich mit zwei anderen Gruppen dafür eingesetzt, ein Teilstück des alten Würmtalviadukts zu erhalten und nahe der Brücke aufzustellen. „Wir hoffen, dass es im Herbst so weit ist“, sagen die beiden Ehninger Geschichtskenner.