Die längste Tafel im Neckartal: Das Käsbergfest in den Weinbergen Foto: Werner Kuhnle

Die Atmosphäre ist ziemlich einmalig. Und so strömen die Gäste auch diesmal wieder zum Käsbergfest bei Mundelsheim. Was macht den Reiz der Veranstaltung aus?

Der Hauptdarsteller an diesem Abend wog stattliche 260 Kilogramm und drehte sich bedächtig. Seiner Beliebtheit tat das keinen Abbruch. Der Ochse am Spieß war – ein weiteres Mal – ein kulinarischer Höhepunkt beim zweitägigen Käsbergfest in den Weinbergen von Mundelsheim, hoch über der Neckarschleife. Das schmackhafte Angebot am Samstagabend ist seit bald 15 Jahren gute Tradition.

 

Es war eine wunderbare Atmosphäre, das Wetter blieb erstaunlich stabil – und so zog „die längste Tafel im Neckartal“, wie das Fest auch tituliert wird, eine Masse an Besucherinnen und Besuchern an. Die Wege links und rechts der Landesstraße 1115 waren bereits am späten Samstagnachmittag voll geparkt. „Wir rechnen über die ganzen zwei Tage hinweg mit rund 3000 Besuchern,“ sagte Sonja Schult. Sie leitet die Vinotheken und den Vertrieb der Lauffener Weingärtner und der Käsbergkeller Mundelsheim, die die Veranstaltung organisiert haben.

Fantastische Aus- und Weitsicht

„Unsere Genossenschaft hier in Mundelsheim ist schon etwas Besonderes“, sagte Sonja Schult, „Wir haben sehr viele Mitglieder.“ Fast jeder dritte Mundelsheimer gehöre dazu, sehr viele würden den Wengert quasi als Hobby pflegen und bearbeiten. Weil der Großvater schon dabei war, kämen auch die Enkel dazu. Der erfreuliche Effekt: „Wir bekommen regelmäßig neue junge Mitglieder, in der Generation ab 20 Jahren.“

Begonnen hatte der Reigen am Freitagabend. Nach einem kurzen Schauer kamen noch sehr viele Gäste – vor allem junge Leute. Am Samstag pilgerten dann froh gestimmte Festbesucher aller Generationen zu den Zelten und Pavillons und füllten rasch die Bänke. Vor drei Jahren erst, so Sonja Schult, „haben wir uns entschlossen, in den Weinbergen eine Etage höher zu gehen.“ Dort ist der Zugang einfacher, vor allem für Besucher mit Kinderwagen und Rollatoren – und die Aussicht über die steilen Weinberge und die Neckarschleife ist noch grandioser. „Wir sehen von hier aus sogar das Riesenrad auf der Bärenwiese in Ludwigsburg,“ so Sonja Schult. Und nicht zuletzt die blaue Mauer der Schwäbischen Alb im Süden.

Rund 100 fleißige Helfer waren ehrenamtlich voll bei der Sache, um die Party zwischen Berg und Tal gelingen zu lassen – vom Drehspieß bis hin zum Ausschank einer großen Auswahl an Weinen. Ein privater Sicherheitsdienst aus Heilbronn schaute am Beginn der Bankreihen schon mal in Taschen und Rucksäcke. Mitgebrachte Getränke wurden nicht toleriert. Aber „wir geben auch auf Messer oder ähnliche Dinge acht,“ sagte die Wachfrau Ana Marinkovic. Damit das Käsbergfest bleibt, was es ist: eine entspannte, gesellige Riesen-Fete für Jung und Alt.

Feiern und Spazieren verbinden

Besonders rund ging es dann am Samstagabend. Mit „Mighty Quinn“ von Manfred Mann eröffnete die dreistimmige Band Gats die Musikrunde. „Wir spielen alles Mögliche querbeet,“ verriet Frontmann Thomas Macioßek, der zusammen mit Bernd Kallis und Steffen Schrempf auftritt. Seit vielen Jahren gehören die Gats zum Käsbergfest. „Die Atmosphäre ist sensationell,“ sagte Marcioßek, „völlig gechillt und harmonisch“.

Ein Eindruck, den Besucher bestätigten. Sabine und Norbert aus Mundelsheim, begleitet von Susanne und Ronald aus Stuttgart-Weilimdorf, gerieten ins Schwärmen: „Schauen Sie sich diese Aussicht an, einfach genial.“ „Und die Menschen, super drauf!“ Ramona aus Murr und Sarah aus Erdmannhausen laufen sonst gerne in den aussichtsreichen Lagen oberhalb des Tales. „Aber heute sind wir natürlich gekommen, um zu feiern und eine gute Zeit zu haben.“ Es sei schön, das eine mit dem anderen zu verbinden. Und auch Ilona und Uwe aus Untergruppenbach sagten: „Uns gefällt es hier einfach. Wir kommen jedes Jahr wieder hierher!“