Foto: Nina Ayerle

Mit Flohmarkt, Kunst und Musik hat das 35. Heusteigviertelfest viele Besucher angelockt. Vor allem am Freitag- und Samstagabend drängten sich die Besucher vor den vier Bühnen und auf der Mozartstraße.

S-Süd - Es ist kein perfektes Straßenfest-Wetter gewesen. Doch davon ließ sich beim 35. Heusteigviertelfest kaum jemand abschrecken. Vor allem am Freitag- und Samstagabend drängten sich die Besucher vor den vier Bühnen und auf der Mozartstraße. „Die Menschen sind so begeistert hier, die lassen sich da nicht abhalten“, sagte Niko Vurbic von der griechischen Gaststätte Spalatum. „Das ist hier nicht nur das schönste Viertel Stuttgarts, wir haben auch das schönste Fest.“

Die meisten Verkäufer, Händler oder Schausteller ließen sich ebenfalls nicht vom schlechten Wetter abhalten. Sie hatten vorgesorgt und ihre Wagen und Stände überdacht – so wie Eva Lieger und ihr Ehemann Peter Pfeifle, im Viertel allseits als der Bienen-Peter bekannt. „Wir kommen schon so lange hierher, da haben wir uns entsprechend ausgestattet“, sagt Eva Lieger, die mit ihrem Mann Honig verkauft. Trotzdem hoffe sie jede Stunde, dass der Regen sich verziehe, sagte sie noch am Samstagnachmittag. „Es ist so schade, weil es immer so ein schönes Fest ist.“

Die kleine Meerjungfrau“ begeisterte die Kinder

Dabei hatte Bezirksvorsteher und Hauptorganisator Rupert Kellermann extra mit dem Deutschen Wetterdienst den Termin abgesprochen, sagte er. Gebracht hat es nicht viel. Vor allem das Kinderprogramm am Samstag fiel größtenteils ins Wasser. „Für die Kinder tut es mir sehr leid“, sagte Kellermann. Hinter dem Programm für die Jüngsten stecke ein großer Aufwand, der von sozialen Einrichtungen wie der Leonhardsgemeinde, der Jugendfarm oder auch den Schulen in mühevoller, ehrenamtlicher Arbeit vorbereitet werde.

Die Puppenspieler Ulrike Stefmiller und Velemir Pankratov hingegen hatten Glück. Ihr Puppentheater „Die kleine Meerjungfrau“ begeisterte die Kinder derart, dass sie mit Regencapes und Planen bekleidet vor der Minibühne saßen und mitspielten. „Das war der Hammer“, sagte Pankratov. Zum ersten Mal hatten sie das Stück mit den handgenähten Puppen aufgeführt.

Die Anwohner haben sich in 35 Jahren längst an die drei Tage Party gewöhnt. „Das Fest hat sich inzwischen fest etabliert“, bestätigte Kellermann. Schon lange kommen die Besucher nicht nur aus dem Viertel, sondern aus der ganzen Stadt. „Die Heusteigler fühlen sich inzwischen etwas überfremdet“, sagte Kellermann mit einem Augenzwinkern. Doch genau dafür sei das Fest da: „Natürlich wollen wir allen das Viertel und unsere Lebensqualität zeigen.“

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: