Die vielen Bastelmöglichkeiten machen den Kindern Spaß. Foto: Brigitte Hess

Beim „Fest der Nationen“ in Rommelshausen gibt es zahlreiche Mitmach-Aktionen.

Rommelshausen - Parkplätze waren am Samstagvormittag auch in weiterer Entfernung zur Haldenschule keine mehr zu ergattern, und die vom Elternbeirat ausgerichtete Hocketse im Schulhof glich vom Andrang her einem kleinen Stadtfest. In den Klassenzimmern herrschte fröhlicher Trubel, langweilig wurde es bei den vielen Mitmach-Aktionen keinem der Besucher.

Die Haldenschule in Rommelshausen feiert zwar nur alle fünf Jahre ein großes Schulfest, aber wenn, dann richtig. 340 Schüler besuchen dort dreizügig die vier Grundschulklassen – und ihre Eltern stammen aus 16 Nationen: In so vielen Sprachen wurden die Gäste von den Schülern begrüßt. „Wir haben uns in diesem Jahr ganz bewusst für das Motto ,Fest der Nationen’ entschieden“, sagte Rektorin Susanne Kolbe. Viele der Eltern mit ausländischen Wurzeln seien sehr engagiert, das wolle man wertschätzen.

Die faszinierende Vielfalt der Menschen und Kontinente ergibt ein buntes Programm

Aus der faszinierenden Vielfalt der Menschen und Kontinente ergab sich ein buntes Programm. Jede Klasse hatte sich eine Region ausgesucht, viel darüber gelernt und Aktionen vorbereitet. Im Klassenzimmer „Arktis“ waren Iglus aus Würfelzucker-Stückchen gebaut worden, die dortige kleine Eisbar fand regen Zulauf.

Zwei dritte Klassen hatten ein Theaterstück vorbereitet – von der Gestaltung der Kostüme, Kulissen und der Bühne bis zu den Spielszenen. Julia geht in die erst Klasse, ihre Eltern kommen aus Angola: „Wir haben uns mit Afrika beschäftigt, Trommeln und Tiere gebastelt und ein Trommelstück einstudiert.“ Das wurde im Laufe des Tages zwei Mal aufgeführt. Natnael – seine Eltern stammen aus Eritrea – und Daniel hatten ein Gewürze-Quiz vorbereitet, ihre Mitschüler durften schnuppern und raten. Ein Drachenboot wurde in der Asien-Klasse ausgeschnitten, und Fabian zeigte stolz auf die Wand: „Meine Gruppe hat die chinesische Mauer ausgeschnitten.“

Auch ein Didgeridoo wird gespielt

Ungewohnte Klänge kamen aus dem Zimmer, in dem Australien die Hauptrolle spielte. Nico blies auf seinem Didgeridoo. Seit er als Sechsjähriger mit seinen Eltern in Australien war, faszinieren ihn die bunt bemalten Holzinstrumente, deren Mundstück aus einer Schicht Bienenwachs besteht. „Die Töne formt man mit den Lippen und den Stimmbändern“, sagte Nico und erzählte die Legende, wie die Aborigines entdeckt haben, dass man mit hohlen Ästen Töne erzeugen kann.

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