Im Februar 2019 werden die Abbrucharbeiten beginnen: Der bisherige Verbindungstunnel wird durch einen neuen ersetzt. . Foto: Nagel

Der 34 Millionen Euro teure Straßenumbau im Neckarpark ist abgeschlossen. Im nächsten Jahr soll dann die Wasenrampe abgerissen und ein neuer Verbindungstunnel zum Festplatz gebaut werden.

Bad Cannstatt - Die Verlegung der Benzstraße ist ein mit insgesamt gut 34 Millionen Euro sehr teures Straßenbauprojekt. Das Maßnahmenpaket, das auch den Bau eines neuen Abwasserhauptsammlers beinhaltete, war jedoch für die Aufsiedlung und Erschließung des künftigen Wohn- und Gewerbegebiets auf dem ehemaligen Güterbahnhof-Areal zwingend nötig.

Am 12. Dezember kann der Verkehr erstmals über die neue Straße rollen. Die bisherige Benzstraße, die direkt an der Hanns-Martin-Schleyer-Halle vorbei führte, steht dann nicht mehr zur Verfügung. Noch im Dezember wird bereits im neuen Abwasserhauptsammler, der unter der Fahrbahn liegt, das von Esslingen und von Ober- und Untertürkheim kommende Abwasser fließen. Die in diesen gut 8,3 Millionen Euro teuren Abwasserkanal eingebauten Wärmetauscher werden zusammen mit der im Bau befindlichen Heizzentrale Wärmeenergie für den Neckarpark erzeugen.

Als nächste Schritte in Sachen Straßenbau folgen ab Februar 2019 der Abbruch und Neubau der Rampe des Verbindungstunnels von der Benzstraße zum Wasen, die Fertigstellung einer weiteren Erschließungsstraße parallel zur Mercedesstraße und der Umbau der Kreuzung Benz-/Mercedesstraße. Die wesentlichen Straßenbaumaßnahmen werden laut Tiefbauamt bis Jahresende 2019 abgeschlossen sein.

130 Bäume werden noch gepflanzt

Mit der Verlegung der Benzstraße entstehen etwa 21 000 Quadratmeter Straßen und 12 600 Quadratmeter verkehrsberuhigte Bereiche, Geh- und Radwege, die vorwiegend mit versickerungsfähigen Belägen hergestellt werden. An Kreuzungen und an Fußgängerüberwegen werden insgesamt fünf neue Ampelanlagen gebaut. Weiterhin werden 130 Bäume am Straßenrand gepflanzt.

Ein weiteres wichtiges Großbauprojekt, das der Gemeinderat Anfang November auf den Weg gebracht hatte, liegt direkt an der neuen Benzstraße: das künftige Quartiersparkhaus. In dem Gebäude sind nicht nur 353 Auto- und 180 Fahrradstellplätze enthalten, sondern auch die Energiezentrale für den künftigen Wohn- und Gewerbepark. Sie ist mit Blockheizkraftwerk und Gasheizanlage ausgestattet und versorgt künftig das neue Stadtviertel mit der rückgewonnenen Wärmeenergie aus dem Abwasserhauptsammler. Bis Ende des kommenden Jahres soll die Energiezentrale fertig sein. Da jedoch die Stuttgarter Volksbank bereits Mitte 2019 ihren 70 Millionen Euro teuren Neubau an der Daimlerstraße beziehen will, muss die Stadt Stuttgart eine Interimsheizzentrale errichten.

Platz für Sportanlagen

Und was passiert auf den Flächen, die zwischen der verlegten Benzstraße und der Hanns-Martin-Schleyer-Halle liegen? Unter anderem sollen hier den Plänen der Stadt zufolge zwei Sportplätze und ein Funktionsgebäude für die Bezirksportanlage errichtet werden. Zudem besteht die Option, auf dem Gelände Einrichtungen für den Olympiastützpunkt Stuttgart sowie für den Vereins- und Freizeitsport zu realisieren.

Dabei gibt es jedoch ein Problem: Die neue Benzstraße liegt größtenteils gut zwei Meter höher als die alte. Da die beiden Kunstrasenplätze mangels Platz nicht auf dieses Niveau angehoben werden können, muss eine Stützmauer gebaut werden. Die wiederum macht eine rund drei Meter hohe Lärmschutzwand erforderlich. Die Kosten für beide Bauwerke liegen bei 1,83 Millionen Euro, sie sind jedoch bereits in den 34 Millionen Euro für das Maßnahmenpaket Benzstraße enthalten.

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