Aus Japan nach Hofen gereist: Die Uhlandfreunde Japan: T. Takanarita, M. Takanarita, M. Itatani, M. Matsuda, Wolfgang Zwinz, K. Kamazawa, K. Nakamura (von links) vor dem Fährhaus in Hofen. Foto: W. Zwinz

Der Dichter Ludwig Uhland hat Bewunderer in Japan. Die Uhlandfreunde reisten kürzlich zum Ursprung des Gedichts „Auf der Überfahrt“ nach Hofen.

In diesem Jahr wird das Gedicht „Auf der Überfahrt“ 200 Jahre alt. Verfasst wurde es von Ludwig Uhland, er beschrieb darin am 9. Oktober 1823 die Überfahrt mit der Fähre von Hofen nach Mühlhausen. Das Gedicht ist auch in Japan bekannt. Dort haben sich die Uhland-Freunde damit befasst – und reisten aus der Nähe von Tokio nun nach Hofen. Gefunden hatten sie Hofen und die Geschichte zum Gedicht im Internet.

Wolfgang Zwinz hat auf der Internetseite „Menschen am Neckar“ einen Artikel über Ludwig Uhland und die Fähre in Hofen eingestellt – und über den Bürgerverein und die Vorsitzende Sabine Schick-Kurfeß gelangte die Anfrage an Zwinz, dass die Japaner kommen wollen. Zwinz hat Kontakt mit Pfarrer Friedrich aus Schmiden aufgenommen, der sich bereit erklärt hat, die Wirkungsstätte von Uhlands Onkel, Pfarrer Hoser, zu zeigen. Zwinz organisierte ein Programm und so konnten die Gäste aus Japan den Schauplatz der Dichtung erleben.

Die Geschiche zum Gedicht im Internet entdeckt

Uhland-Gedicht führte zur Gründung der Uhlandfreunde Japan

Die Ursprünge der Uhland-Begeisterung finden sich bei Professor Kiichi Inoma. Er hat am 13. September 1956 in der japanischen Tageszeitung „Asahi Shimbun“ einen Leserbrief veröffentlicht und bat um Informationen zum Fähr-Gedicht. Er suchte den Namen des Dichters, den Titel und den Text des Gedichts. Mit Hilfe von Freunden gelang es ihm. Bereits 1912 hatte der japanische Pädagoge, Agrarpolitiker und Diplomat Inazo Nitobe (1862-1933) das Gedicht bei einer Abschiedsfeier an einer Hochschule in Japan als Geschenk für seine Studenten rezitiert.

Der Fund des Gedichts führte zur Gründung der Uhland-Freunde Japan. Sie suchten auch nach der Vertonung des Gedichts, die von Carl Löwe aus dem Jahr 1843 stammt. Die Uraufführung fand 2004 bei einem Konzert der Carl-Löwe-Gesellschaft in Tokio statt, „möglicherweise die erste Aufführung dieser Art in Japan und Asien.2

Ortshistoriker zeigt den Japanern den Ursprung des Gedichts

Die Gäste aus Japan besuchten den im Gedicht beschriebenen Ort, an dem der Bürgerverein Hofen 2017 eine Hinweistafel errichtet hat, unweit des Fährhauses. Der Ortshistoriker Wolfgang Zwinz hatte die Tafel um Namen und Lebensläufe der im Gedicht erwähnten Personen ergänzt. Vor Ort sang der Uhland-Freund Matsuda das Gedicht nach der Vertonung von Carl Löwe. In Japan haben die Uhlandfreunde im vorigen Jahr ein Buch dazu veröffentlicht, damit auch künftigen Generationen das Gedicht zugänglich ist.

Weitere Informationen über das Gedicht bietet die Homepage des Hauses der Geschichte unter https://menschen-am-neckar.de/geschichten/ludwig-uhland-und-die-faehre-in-hofen