Die Kinder untersuchen mit Wilfried Marx den Inhalt des Keschers. Foto:  

Flitzedings und Wasserskorpion – im Klassenzimmer am Fluss in der Waiblinger Talaue werden die Schüler mitunter nass. Abenteuer Unterwasserwelt lautet in diesem Jahr das Motto des Ferienprogramms für Kinder von Mitarbeitern der Firmen Stihl und Bosch.

Waiblingen - Auf den ersten Blick ist nur schlammiger Dreck im Kescher gelandet – doch bei näherem Hinsehen werden kleine Tierchen sichtbar. Gespannt beobachten die Mädchen und Jungen, welche Lebewesen der Pädagoge Wilfried Marx vorsichtig in eine mit Flusswasser gefüllte Plastikbox setzt.

Das Ferienprogramm für Kinder von Mitarbeitern der Firmen Stihl und Bosch findet an diesem Donnerstagvormittag im Klassenzimmer am Fluss auf der Kleinen Erleninsel statt: In mehreren Kleingruppen erkunden die Sechs- bis Zehnjährigen eine Fischtreppe in der Waiblinger Talaue – passend zum diesjährigen Motto des Ferienprogramms Abenteuer Unterwasserwelt.

„Das ist was ganz Neues, das gefällt mir sehr“, sagt der achtjährige Linus aus Welzheim, bevor er auf einige flache Steine in den Bach klettert. Ein lautes Platschen, dann landet eines der Mädchen aus der Gruppe bis zum Oberschenkel im Wasser – abgerutscht. „Ich bin tollpatschig“, sagt sie und nimmt den kleinen Unfall gelassen: „Jetzt bin ich schon im Wasser.“

Keine Angst vor kleinen Tieren

Da gibt es einiges zu entdecken: „Die Kinder sollen lernen, welche Tiere im Bach leben und dafür eine Wertschätzung entwickeln“, erklärt Wilfried Marx vom Klassenzimmer am Fluss, einem Projekt der Stiphtung Christoph Sonntag. Dabei sei das Leben im, beziehungsweise am Wasser für viele Insekten nur ein „Lebensabschnitt“: etwa für die Larven der Libellen. Es gehe auch darum, dass die Kinder Ekel und Angst vor Insekten verlieren, sagt Wilfried Marx. Wenn sie einmal angefangen hätten zu keschern, wollten sie nicht wieder aufhören – „sie sind schon sehr begeistert“, hat der Pädagoge beobachtet.

„Da ist so ein kleines Flitzedings drin“, ruft die neunjährige Nele, als sie in den Kescher blickt. Sie und ihre sieben Jahre alte Schwester Anna aus Nürtingen waren schon in den vergangenen zwei Jahren beim Kinderferienprogramm von Stihl dabei. „Das hat immer viel Spaß gemacht“, sagt Nele. Das Klassenzimmer am Fluss gefällt ihr, „weil man da neue Tiere sieht, die man noch nie gesehen hat“. Tatsächlich könne man in der Rems auch Wasserskorpione und Teichmuscheln finden – mitunter sogar recht große Exemplare, berichtet Marx. „Was für viele Kinder völlig neu ist, ist, dass in Muschelschalen Tiere leben.“

Das Motto passt zur Gartenschau

Das Thema Abenteuer Unterwasserwelt habe man bewusst in Hinblick auf die Gartenschau und die Rems gewählt, sagt Maxi Enssle, die Fachbereichsleiterin bei der Familienbildungsstätte (FBS) Waiblingen. Enssle ist für das Programm des vierwöchigen Ferienangebots verantwortlich, für das Stihl mit der FBS kooperiert. Die Kinder können eine oder mehrere Wochen teilnehmen, sie machen unter anderem Ausflüge ins Freibad, ins Haus des Waldes oder in die Wilhelma nach Stuttgart oder gehen Minigolf spielen.

„Man kann voll viel erleben“, sagt die siebenjährige Paula. An diesem Tag lernen sie und die anderen Kinder zunächst, dass man die eingefangenen Tierchen nach ausgiebiger Beobachtung nicht einfach ins Wasser kippen darf, weil sie sonst sterben. Stattdessen wird die Plastikbox behutsam unter Wasser getunkt und gekippt. Dann verschwinden die kleinen Lebewesen wieder in ihrer Unterwasserwelt.

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