Hoch hinaus: Die Kinder auf dem Trapez zeigten Kunststücke in der Luft. Zirkusdirektor Roman Fiala (li.) passte stets auf. Foto: /Fotos: Rouven Spindler

Zum Abschluss des Böblinger Zirkuscamps zeigen 50 Kinder das, was sie eine Woche lang gelernt haben. Ob auf dem Trapez, beim Jonglieren oder im bunten Outfit mit der Clownsnase im Gesicht: Die jungen Künstler dürfen sich über Applaus freuen.

Hinter dem Vorhang des Zirkuszelts muss Sina, bekleidet mit einem gelben Hut und einer rot-braunen Perücke, erst einmal durschnaufen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, was die Schülerin und ihre 49 Mitstreiter den anwesenden Familien und weiteren Besuchern für Auftritte bieten. Sie nimmt ihre rote Clownsnase für einen kurzen Moment aus dem Gesicht. Denn die wackelt, sagt sie in der Pause. Ganz schön anstrengend, so ein Zirkusauftritt.

 

Und als wären die Außentemperaturen nicht schon hoch genug an diesem Freitagnachmittag, staut sich unter den großen blau-rot-goldenen Planen auch noch die Luft. „Am Schlimmsten ist es, wenn man Clown ist“, sagt die Siebenjährige daher mit Blick auf ihr Outfit – aber: „Es macht Spaß.“

Sina (in der Mitte mit gelbem Hut) und ihre Gruppe in Aktion. Foto: Rouven Spindler

Gemeint ist die Abschlussvorstellung des diesjährigen Zirkuscamps auf dem Klub-Gelände des SFK Böblingen, wo sich zahlreiche Zuschauer im Zelt eingefunden haben. Für das Kinderferienangebot kooperiert die Stadt Böblingen mit dem Zirkus Bingo – und zwar seit 18 Jahren. In der Regel ist das mehrtägige Event für sechs- bis zwölfjährige Teilnehmer gedacht.

Fünf Tage lang hat das Team um Roman Fiala, Direktor des Mitmachzirkusses, die Kinder auf den großen Auftritt vorbereitet und mit ihnen die Kunststücke einstudiert. „Der erste Tag ist der Wichtigste, da darf man alles ausprobieren“, blickt Sina, angehende Zweitklässlerin, auf den Montag zurück.

Das Programm erfordert viel Planung. Vonseiten der Stadt hat Claudia Auth die Organisation übernommen, Anne Mayer betreut die Kinder vor Ort, beispielsweise in den Pausen. Die ehrenamtliche Projektleiterin blickt sehr positiv auf das Camp: „Die Kinder wachsen über sich hinaus. Das sorgt für eine Stärkung des Selbstwertgefühls. Die Gemeinschaft wird selbstverständlich, man achtet aufeinander“, schildert die Sozialarbeiterin ihre Eindrücke. „Das ist ein super Baustein im Ferienprogramm. Die Kinder sind von Montag bis Freitag hier, lernen etwas ganz Neues“, sagt Tobias Heizmann, Erster Bürgermeister der Stadt Böblingen.

Die Motivation der Kinder zeigt sich im Zelt

Nach seiner kurzen Eröffnungsrede geht es los – und zwar mit 17 ganz unterschiedlichen Programmpunkten und einer Pause. Von der ruhigen und konzentrierten Jonglage über anspruchsvolle Trapez-Aufführungen bis hin zu unterhaltsamen Auftritten der Clowns ist alles dabei. Und das Publikum würdigt die Darbietungen der Jüngsten mit viel Applaus.„Die Kinder sind sehr motiviert, die eigenen Ideen umzusetzen und einzubringen. Sie können in ihrem Bereich voll aufblühen“, lobt Anne Mayer die aufgeführten Szenen.

Freuen sich über die Kooperation: (v. li.): Tobias Heizmann, Roman Fiala und Anne Mayer. Foto: Rouven Spindler

Zusätzlich zum Beifall holen sich Sina und Co. zahlreiche Lacher aus den Zuschauerreihen ab. „Ich mache einfach gerne Quatsch“, begründet die junge Gärtringerin, warum sie sich bei ihrer ersten Teilnahme für die Clowns entschieden hat. Zudem ist sie bei den Zauberern dabei, deren Einsatz vor dem großen Finale anstand. Danach ist der Zirkus vorbei – und mit ihm eine bunte Ferienwoche für 50 Kids.