Daniela Killgus ordnet die Briefe den Hausnummern in ihrem Bezirk zu. Foto: Maike Woydt

Daniela Killgus arbeitet in den Ferien bei der Post als Briefträgerin. Die 22-Jährige will vom kommenden Herbst an Eventmanagement in Ravensburg studieren.

Vaihingen/Möhringen - Daniela Killgus steht vor einem Schreibtisch. Darüber sind einige Fächer mit verschiedenen Straßennamen darauf. Flink und ohne Zögern sortiert die junge Frau die weißen Umschläge in die verschiedenen Fächer. Da ist Post für die Probststraße oder für die Morostraße dabei. Zwischen den Stapeln ist auch das eine oder andere Einschreiben; das wird extra gelegt und später nochmals gesondert bearbeitet.

Daniela Killgus arbeitet in den Ferien für die Deutsche Post als Briefausträgerin. Für rund zwölf Euro Stundenlohn vertritt sie seit einem Monat die hauptamtlichen Briefträger, wenn diese im Urlaub sind. Eine ihrer Aufgaben ist es, die Briefe nach einer groben Sortierung nochmals – der Route entsprechend – auf die Straßen mit den entsprechenden Hausnummern aufzuteilen. Anschließend werden Kisten und der Wagen mit Briefen, Prospekten und Päckchen beladen. Dann geht es hinaus auf die Straße, um die Post an den Mann oder die Frau zu bringen.

Die Zwischenstopps sind notwendig

Daniela Killgus fängt in der Frühe um 6.45 Uhr im Postzentrum am Schillerplatz in Vaihingen an. Für die junge Frau war das Aufstehen anfangs eine Qual. „Um rechtzeitig hier zu sein, stehe ich zwischen 5 und 5.30 Uhr auf.“ Sie sei einfach keine Frühaufsteherin. Nach dem Sortieren nimmt sie die Kisten für den 52. Bezirk entgegen. Das ist für die Dauer ihres Ferienjobs ihr Verteilungsgebiet. Sie sortiert ein weiteres Mal entsprechend der Straßennamen. Das erfordert Übung. Doch die hat Daniela Killgus mittlerweile. Schnell steckt sie einen Brief nach dem anderen in das entsprechende Fach.

Gegen 8.30 Uhr ist jeder Brief, jedes Päckchen und jede Zeitschrift der entsprechenden Straße und Hausnummer zugeordnet. Anschließend muss Daniela Killgus noch viele gelbe Kisten mit Briefsendungen packen. Die holt sie während einzelner Zwischenstopps in einem Packzentrum an der Balinger Straße ab. „Diese Zwischenhalte sind notwendig, weil ich nicht alle Briefe in meinem Wagen mitnehmen kann“, sagt Daniela Killgus. Nachdem der Wagen mit der ersten Fuhre beladen ist, geht für Daniela Killgus die Arbeit erst richtig los. Mit der U-Bahn fährt sie von der Haltestelle Jurastraße bis zum Möhringer Bahnhof. Von da ab geht es zu Fuß rund zehn Kilometer weit durch das Verteilungsgebiet.

Daniela Killgus hat nach ihrem Abitur im vergangenen Jahr ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) gemacht. Jetzt hat sie vor dem Studium noch etwas Zeit, um ihr Konto mit Geld vom Ferienjob zu füllen. „Ich habe im Internet nach einer Ferienarbeit gesucht und bin auf die Deutsche Post gestoßen.“

Die Route führt die junge Frau durch Möhringen

Für ihr späteres Berufsleben hat sie andere Pläne. Sie studiert von Herbst an Eventmanagement an der Dualen Hochschule in Ravensburg. Den praktischen Ausbildungsteil wird sie in einer Eventagentur in München absolvieren. Während ihres FSJ konnte sie für ihren Traumberuf schon einige Erfahrungen sammeln. Sie hat in dieser Zeit ein Festival organisiert.

Die Route führt die junge Frau durch Möhringen. Ihr Bezirk liegt beim Möhringer Bahnhof und umfasst die Rosenwies­straße, die Probststraße und die Alfred-Dehling-Straße. Außerdem verteilt sie auch die Post beim Landeskirchlichen Archiv an der Balinger Straße und in den wenigen Häusern entlang der Balinger Straße auf der anderen Seite der Bahnstrecke bis zur Kreuzung Vaihinger Straße.

Die ersten Briefe sind schnell in die jeweiligen Briefkästen gesteckt. Das Tempo von Daniela Killgus ist beachtlich. „Anfangs habe ich länger gebraucht, weil ich nicht wusste, wo welcher Briefkasten ist. Jetzt kenne ich die meisten Namen und weiß, wo ich die Briefe hinstecken muss.“

Ihren Wagen lässt sie oft an Abzweigungen stehen und nimmt einen Stapel Briefe auf den Arm, um schneller zu sein. Generell ist sie ohnehin lieber mit dem Fahrrad unterwegs. Dann kann sie die Strecken zwischen den Häusern fahren.

Doch egal ob zu Fuß oder mit dem Rad – fitter ist die junge Frau seit ihrer ersten Tour durch Möhringen sicher geworden.

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